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Ab und zu kommt, was kommen muss. In so manchem Kindergarten in Salzburg gab es hin und wieder “a gsunde Jausn”, zubereitet von den Jungköchinnen und Köchen in den einzelnen Gruppen. Jeder durfte sein Scherflein, beispielsweise zum gemeinsamen Obstsalat, beitragen.

Der eine schnitt einen Apfel, die andere eine Birne, und so weiter und so fort. Es wurde über das Händewaschen und den sorgsamen Umgang mit den Schneidwerkzeugen gesprochen und zu guter Letzt die frisch zubereite “Jausn” gemeinsam verspeist. Alle hatten ihre Freude.

Bis jetzt. Denn nun lassen Hygienevorschriften derlei Unfug nicht mehr zu. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder etwas anderes schneidet und dann alles in einen gemeinsamen Topf kommt. Und gekocht wird es dann auch nicht, da müssen sich ja die Pilze, Bakterien und andere Grauslichkeiten ungehemmt vermehren, wahrscheinlich. Könnte jeder nur für sich allein schneiden und nichts mit dem NachbarIn tauschen, könnte man ja vielleicht über die “gsunde Jausn” nachdenken, so aber nicht. Wir wollen doch alle nur das Beste für unsere Kids. Sie könnten ja auch stückweise eingeschweißte Trockenfrüchte, gammasterilisiert, essen, wenn es schon Obst sein muss.

Und über die Zukunft der Kinder wird man auch noch nachdenken müssen. Vermutlich ist die beginnende Schmuserei und Knutscherei in den oberen Hauptschulklassen und Mittelschulklassen auch hygienisch äußerst bedenklich und daher aus Gesundheitsgründen zu hinterfragen. Überhaupt ist der Austausch von diversen Körperflüssigkeiten bei verschiedenen Aktivitäten nicht unumstritten und in der heutigen Zeit technisch gesehen überhaupt gar nie nicht mehr notwendig. (kat)


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Big Brother

Das geht doch auf keine Kuhhaut, keine österreichische, was da aus dem Innenministerium so alles daherkommt.

Da wollen die Gottobersten doch glatt dem selbsternannten amerikanischen Weltensheriff Zugriff auf die Fingerabdruck- und DND-Datenbank der Polizei geben, das kann doch nicht wahr sein. Wo bleibt denn da der Datenschutz? Und ich soll dann glauben, dass die Fingerabdrücke der Reisepassbesitzer irgendwo im Keller dümpeln, wenn im Amiland wieder einmal ein Terrorist gesucht wird.

Wir werden an allen Ecken und Enden gefilmt und fotografiert, ob es uns passt oder nicht und jetzt auch noch das, wo bleiben da die Bürgerrechte? Die Telefone werden sowieso abgehört und geortet, die Emails gelesen, auch das ist nicht wirklich sauber. Die Privatsphäre ist löchriger als so mancher Emmentalerkäse.

Es kann nun darf nicht toleriert werden, wenn der Vater Staat glaubt, dass er sich alles richten kann. Elgadaten (Krankendaten) gehören ihm genau so wenig wie Bankdaten, etc.! Datenschutz muss auch für den Staat oberste Priorität haben, ohne wenn und aber. 

Ich kann es ganz einfach nicht leiden, wenn bei mir im Wohnzimmer jemand sitzt und mich beobachtet. Wo bleibt die Privatsphäre? Pudelnackert kann ja ganz nett sein, aber wenn, dann nur wo und bei wem ich will!

Irgendwie habe ich manchmal das Gefühl, dass wir von einem Teil unserer Volksvertreter nicht vertreten sondern eher zertreten werden! (kat)

Artikel im Standard>


Weihnachten ist nicht nur das Fest der vielen Geschenke, es ist auch die Zeit der kulinarischen Genüsse. In zahlreichen Geschäften liegen Listen für Vorbestellungen auf, damit nur ja niemand zu den Festtagen verhungern muss.

Jeden Tag flattern Werbebotschaften mit noch günstigeren Angeboten ins Haus. Heute zum Beispiel heißt es auf der Rückseite eines weit verbreiteten österreichischen Kleinformates: Preiskampftage Freitag & Samstag:

HÜHNERFILET frisch 5.99€ pro kg,

so lange der Vorrat reicht, heute bis 20.00 Uhr geöffnet.

bei diesem Superangebot gehen dann auch sehr viele Gickerlbrüste über den Ladentisch. Das Geschäft blüht. Damit das möglich ist und der unmündige Konsument auch nur die hygiensich verpackten, rosa Fleischteile sieht, ist ein wenig Vorarbeit notwendig. Die Zeit, als der Landwirt seinem Mastgeflügel nach einem Stockschlag den Hühnern den Kopf abschlug, ist für den heutigen Bedarf vorbei.

Heute geht das alles viel besser. Ein moderner Hühnerschlachthof schlachtet mindestens 100.000 Hühner täglich. Da muss auch das Töten perfektioniert werden. Die lebenden Hühner werden an den Beinen aufgehängt und fahren an Förderbänder hängend mit dem Kopf in ein unter Strom stehendes Tauchbecken, anschließend werden mit einem rotierenden Messer  die Halsschlagadern aufgeschnitten. Meistens sind die Tiere da schon betäubt, mit dem Eröffnen der Adern werden sie getötet. Die Zerlegung der Schlachtkörper geschieht zum größten Teil maschinell. Die Edelteile kommen in den Handel, ein Teil des minderwertigen Restes (auch Haut) wird zu Formfleisch und der letzte Rest zerstört angeblich die Märkte in Afrika, behaupten irgendwelche Fanaten.

Formfleisch findet zum Beispiel in Hühnernuggets Verwendung. Dorf kommen noch unter anderem bis zu 45 % geriebene Cornflakes dazu, bevor sie vorfrittiert werden und als kleine Kalorienbömbchen mit bis zu 18% Fett in die Kühlregale kommen.

Das spezialisierte Mastgeflügel wird im Gegensatz zu den bis zu 15 jahre alten gewöhnlichen” Hendln von praktisch allen chronischen Krankheiten verschont. Einge Prozent der Mastbroiler sterben zwar, weil ihnen der Wachtumsstress zu groß sein soll, an Herz-/ Kreislauferkrankungen und ein geringer Teil hat orthopädische Problem, im Gesamten gesehen sind diese Krankheiten aber nur auf sehr kurze Zeit begrenzt. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Masthühner beträgt 28-35 Tage. Es macht auch Sinn, wenn sich die Tiere nur wenig bewegen können, sportliche Hendln haben ein deutlich zäheres Fleisch. Nur böse Zungen behaupten, dass das Masthendl der Zukunft keine Beine mehr hat und so auf die Ausläufe gänzlich verzichtet werden kann.

Je mehr man über diese Hendlgeschichte nachdenkt, umso dankbarer können wir den Lebensmittelhändlern und Fabriksfleischproduzenten sein, dass sie das Fleisch so präsentieren, dass man von diesen Geschichten nichts wissen muss und auch eigentlich gar nicht wissen soll. Es genügt den meisten Menschen, wenn es butterweich auf der Zunge zergeht und die Restln von der Katze gefresen werden. Obwohl, es ist besser sie frißt ihr Katzenfutter und die paar Stückeln kommen halt zum Biomüll, was solls. (kat)


Die Salzburg AG hat einen neuen Vorstand, Schitter ist es geworden. Währenddessen bevölkern entlaufene Vogelspinnen und Schlangen nach einem Verkehrsunfall die Westautobahn.

Unsere Innenministerin Mikl-Leitner rüstet zum Partisanenkampf, nachdem die Polizei zum Einsparen motiviert wurde. Es heißt nicht umsonst, das Leben ist ein Spiel!

Und die Wirtschaftskammer empfiehlt, Aidskranke für verschiedene Beufe nicht zuzulassen.


Die Zeit wird schön langsam knapp, der Martinitag rückt näher. Tausende und abertausende Gänse sollen in die Bratpfannen, es hat sie niemand gefragt, ob sie das auch so möchten.

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Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen in der Gänsewelt hört man, dass in der ersten Novemberwoche traditionellerweise die Selbstmordrate unter den Gänsen extrem hoch ist. Die Verichte in den Medien darüber werden aus ethischen Gründen hintangehalten.

(kat)

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Hoher Staatsbesuch aus China ist in Österreich und alle wollen nur Geschäfte machen. Mit genügend Geld kann man problemlos alle Staatsbürger mit rosa Brillen versorgen, wie man gesehen hat.

Der Weltmännertag wird unterschiedlich gefeiert, die Männerwelt hat offensichtlich einen sehr differenzierten Zugang zu diesem Fest. Die römisch-katholische Kirche ist bemüht, den Mitgliederschwund zu reduzieren und macht dies mit den unterschiedlichsten Methoden. Bundespräsident Fischer kann sich mit der Abschaffung des Bundesheeres noch nicht anfreunden, wie er seinem Volk am Staatsfeiertag mitteilte.

Das leidige Thema Griechenland ist auch wieder oder noch immer in aller Munde. Der Rettungsschirm bläst sich zunehmend mehr auf. Schön langsam weiß niemand mehr, wie sich die Finanzwelt entwickeln wird. Tatsache ist, dass ganz wenige auf Kosten vieler wieder extrem reich werden. Das war schon immer so.

(kat)


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Es geht wieder einmal um die “rauchende” Wurst. Raucher leben statistisch gesehen kürzer und verstinken die Welt, heißt es, und die Politik ist gefordert, etwas dagegen zu tun. 

Mit Elan und Schneid, genau so wie bei den Raucherlösungen in den Gasthäusern; oft genügt schon eine nie geschlossene Glastür, um dem Gesetz Genüge zu tun.

In Zukunft soll es verboten werden, auf den Klos zu rauchen, berichten gewöhnlich gut informierte Kreise. Es wird aber auch Zeit.

Und es immer noch ein Statussymbol für was auch immer bei den Jugendlichen, cool die Zigarette im Mundwinkel hängen zu lassen. (kat)


Der 6. Juli ist der Welttag des Kusses! Heute darf man sich getrost über die Bussi Bussi Begrüßung hinwegsetzen und herzhaft Küssen, verträumt und hingebungsvoll; es ist einfach herrlich.

Nur unser Meister Honzi traut sich an diesem Festtag der zwischenmenschlichen Wärme nicht auf die Straße, wer weiß warum. (kat)


Als passionierter Nichtjäger begleitete ich vor ein paar Tagen meinen Bruder auf die “Hohe Jagd”, die Jagd- und Fischereiausstellung in Salzburg.

Von Karl Traintinger

Ich bin kein prinzipieller Jagdgegner, ich mag nur die moderne Jagd nicht. Es ist für viele Jäger und auch Jägerinnen ein Sport geworden, ein Tier zu erlegen. Sie brauchen den Kick, etwas Lebendiges zu erschießen; und das kann ich nicht nachvollziehen. Ich werde auch nie verstehen, was schön daran sein soll, irgendwo auf der Welt einen Wolf, einen Löwen, einen Bären, oder sonst etwas zu erlegen.

Der Jagd, wie sie mein Bruder betreibt, kann ich schon etwas abgewinnen. Er beobachtet das Wild in seinem Revier das ganze Jahr über, pflegt und hegt es. Im Winter wird Heu gefüttert. Hin und wieder wird  etwas erlegt. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich Rehfleisch von ihm bekomme, alle paar Jahre einmal.

Die Hohe Jagd hat schon etwas für sich. Unzählige Menschen drängen sich durch die Messehallen. Jagdreisen in die entlegensten Regionen der Welt werden angeboten, schießen kann man fast alles, es ist nur eine Frage des verfügbaren Geldes. Das Outfit mancher Ausstellungsbesucher ist sehenswert, es reicht vom Tarnanzug bis zum obligaten federgeschmückten Großwildjagdhut. In den Schießkinos, Counterstrike für Jäger, kann die Treffsicherheit überprüft werden. Jugendschießstände führen bereits Kinder an das Jagdwesen heran. An allen Ecken und Enden wird auf irgendetwas gezielt. Viele sehr schöne Messer gibt es zu besichtigen.

Angeboten wird alles, was nur irgendwie für die Jagd zu gebrauchen ist. 3 Highlights: Eine Wildkamera für den bewegungsunfreudigen Jäger. Eine 3-Megapixelkamera liefert Tag und Nacht bis zu 2000 Farbfotos pro Batteriesatz. Wildbeobachtung vom Wohnzimmersofa aus, könnte hier das Schlagwort heißen, nach dem bekannten Fernsehmotto: ” Big Jaga is watching you”. Ein weiterer Höhepunkt an Jagdgebrauchsutensilien sind die Hundeortungssysteme für freilaufende und nicht mehr auffindbare Jagdhunde. Ja, offensichtlich gibt es auch solche Kameraden. Über GPS Navigation können die verloren gegangenen Gebrauchshunde wiedergefunden werden. Seit diese Geräte am Markt sind, gehen auch deutlich weniger Jungjäger und Jägerinnen im Gelände verloren, heißt es aus gewöhnlich gut informierten Kreisen der Jägerschaft. Der mit Abstand interessanteste Messestand war der mit den gebrauchten Trophäen: Es gab Rehgeweihe in verschiedenen Größen, Gamskrickerln und vieles mehr zu kaufen.

Alles in allem war der Ausstellungsbesuch eine interessante Erfahrung, wenn ich auch nichts gekauft habe.


Honzis Christbaum

Christbaum by HonziGerade noch rechtzeitig vor Weihnachten ist der neue, kostengünstige, vollplastifizierte Mehrjahreschristbaum auf den Markt gekommen.

Bizarrerweise wurde gleichzeitig im Parlament in Wien die Budgetdebatte gestartet, speziell Familien und Studenten sollen zur Ader gelassen werden. Und das ist auch die Zielgruppe für den neuen Mehrjahreschristbaum.

Die Vorteile: Kann jedes Jahr in einer anderen Farbe gestrichen werden,  ist zusammenklappbar (ideal zum Lagern!) und vorverkabelt.

Elektrische Christbaumkerzen und Aufstecknadeln sind optional in verschiedenen Farben und Formen erhältlich. (kat)


Weihnachtsmärkte werden oft am Glühweinpreis und an der Punschqualität gemessen, die besten Umsätze werden an den Getränke- und Futterständen gemacht.

Besinnlichkeit gibt es oft nur noch, wenns im Geldbörsl knapp geworden ist. Eigentlich schade. (kat)


Siegfried Pichler, der Präsident der Salzburger Arbeiterkammer wurde am Dienstag, den 2. 11. 2010,  mit 1,2 Promille hinter dem Steuer seines Wagens erwischt; ein Spitzenpolitiker, der ein Vorbild sein  könnte oder müsste. 

Siegfried PichlerSchauderhaft. Einige sagen, er ist halt auch nur ein Mensch, Entschuldigung ist das keine. Das Bußgeld wird er sich problemlos leisten können, bei seiner monatlichen Gage.

Und dann fällt mir noch der ehemalige Sicherheitsdirektor der Stadt Salzburg ein, und der ehemalige zweite Landtagspräsident und der amtierende Landesschulratschef, die alle auch vor nicht all zu langer Zeit promillig im Straßenverkehr erwischt wurden.

Und dann soll ich noch glauben, dass unsere Spitzenfunktionäre visionär und engagiert zum Wohle des Wahlvolkes arbeiten. Prost. 

In den Parteizentralen wird dann (vielleicht) über die Politikverdrossenheit der Jugend diskutiert und alle wundern sich, warum das so ist. (kat)