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„Kick it like Beckham“ – Lebe deinen Traum!

Am 4. Mai 2018 fand im Salzburger Landestheater die deutschsprachige Erstaufführung des erfolgreichen Musicals von Howard Goodall über ein fußballbegeistertes, junges indisches Mädchen statt. Carl Philip von Maldeghem inszeniert die farbenprächtige Komödie mit einem Großaufgebot von Fußball spielenden jungen Damen, die sich aber auch in der Disco durchaus wohlfühlen. Eine Mixtur, die beim Publikum bestens ankommt.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

„Sie sagen, dass ich träume…“ singt die junge Jess, die zum großen Missfallen ihrer traditionellen Sikh-Familie unbedingt Fußball spielen möchte. Die Hochzeitsvorbereitungen für ihre Schwester Pinky sind in vollem Gange, als Jess im Park auf Jules trifft, ein Mädchen, das in einer echten Mädchenfußballmannschaft spielt. Bei einem Probespiel ist der Trainer von Jess so begeistert, dass er sie sofort ins Team aufnimmt. Doch was wird ihre Familie dazu sagen? Eigentlich stehen ja Matura, Jus-Studium und die Heirat mit einem netten indischen Mann auf dem Programm. Eine Zeit lang gelingt es Jess, sich mit Hilfe ihres Freundes Tony zum Training fortzustehlen und sogar zu einem internationalen Match nach Hamburg zu reisen. Problematisch wird die Sache jedoch, als ein wichtiges Spiel, zu dem sogar ein Talent-Scout aus den USA erwartet wird, am selben Tag wie die Hochzeit ihrer Schwester stattfindet. Wie wird sich Jess entscheiden?

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Elisa Afie Agbaglah meistert ihre Rolle als fußballbegeisterter Teenager mit Bravour. Einfach ist es für sie nicht, sich gegen ihre konservativen Eltern (Christoph Wieschke und Vania Hristova) durchzusetzen. Ihre quirlige Schwester Pinky (entzückend Janina Raspe) ist fleißig am Shoppen, sie hat in Teetu (Gürkan Gider) ihren Traummann bereits gefunden. Gregor Schulz verdreht als smarter Fußballtrainer nicht nur den Mädchen den Kopf, auch Tony (Hanno Waldner) wirft ihm nach seinem Outing begehrliche Blicke zu. Auch Jules‘ (Jaqueline Bergrós Reinhold) nervige Mutter (stimmgewaltig Anja Clementi) sähe es lieber, wenn ihr Töchterchen außer Fußball noch andere Interessen hätte.

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Christian Floeren hat mit viel Liebe zum Detail Londons buntes, indisches Viertel Southall auf die Bühne gestellt. Die Videoeinspielungen von Sebastian Lang führen aber auch ins Trainingslager nach Rif bei Salzburg und zeigen Pinky in ihrem traumhaften Hochzeitskleid zwischen den Blumenbeeten im frühlingshaften Mirabellgarten. Das kleine Orchester unter der Leitung von Wolfgang Götz versteckt sich gekonnt hinter den Maschen eines Fußballtores.

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In Howard Goodalls fast märchenhaftem Musical schwingen jedoch auch so brisante Themen wie Rassismus, Integration, Vorurteile und die Akzeptanz von Mädchen in klassischen Männerdomänen mit. Carl Philip von Maldeghem ist es mit dieser enorm aufwändigen Inszenierung und einem großartigen Ensemble gelungen, Bollywood-Flair nach Salzburg zu bringen. Ein unvergesslicher Abend, der pralle Lebensfreude vermittelt, ein Muss für Musicalfans und alle Fußballbegeisterten.

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„Kick it like Beckham“ – Musical von Howard Goodall. Buch von Gurinder Chadha und Paul Mayeda Berges. Songtexte von Charles Hart. Deutsch von Nina Schneider und Johannes Glück. Deutschsprachige Erstaufführung. Musikalische Leitung: Wolfgang Götz. Inszenierung: Carl Philip von Maldeghem. Choreographie: Kate Watson, Josef Vesely. Ausstattung: Christian Floeren. Dramaturgie: Carola Schiefke. Mit: Elisa Afie Agbaglah, Christoph Wieschke, Vania Hristova, Janina Raspe, Hanno Waldner, Anja Clementi, Jaqueline Bergrós Reinhold, Gregor Schulz, Gürkan Gider, Gloria Jansen, Michael Schober/Vesselin Hristov, Mona Akinola, Alexander Hüttner, Nicole LePort / Claudia Brandenburger, Silvia Offermans / Beth Jones, Emmanouil Marinakis / Manuel Millonigg, Rudolf Pscheidl / Christian Geroldinger, Harriers Cindy Bloos, Selina Decho, Vanessa Friedel, Lara Horvath, Sophie Jurtin, Stella Kratzer, Maria Francisca Silva Lezama, Paula Lischent, Flora Menslin, Laura Pieper, Lara Roth, Fabienne Ziegler, Anna Menslin, Sofia Payet, Johanna Hogger, Stella Kratzer, Monika Schweighofer, Philip Hammerschmid, Sebastian Hollinetz, Julian Kroske, Julius von Maldeghem, Fabio-Luca Ziegler. Chor des Salzburger Landestheaters. Fotos: © Anna-Maria Löffelberger Trailer: SLT


„Joseph“ – der prophetische Träumer

Das schwungvolle Musical „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice wurde 1968 von der Londoner Court School uraufgeführt. Im Salzburger Landestheater begeistern Jugendliche in einer mitreißenden Inszenierung von Carl Philip von Maldeghem das Publikum. Als Dank gab es Standing Ovations bei der Premiere am 27. Mai 2017.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Eine Erzählerin führt durch die biblische Geschichte vom Schafzüchter Jakob und seinen zwölf Söhnen. Als der Vater seinem Lieblingssohn Joseph einen wunderschönen bunten Mantel schenkt, fühlt sich dieser zu etwas Höherem berufen. Die neidischen Brüder sind sich jedoch einig: „Der Träumer muss weg.“ Sie verkaufen ihn an ismaelitische Händler und so landet Joseph als Sklave im Hause des reichen Potiphar. Dort geht es ihm als „Everybody’s Darling“ gar nicht so schlecht, bis die schöne Gattin des Kaufmanns ihm nachzustellen beginnt und er sich plötzlich hinter Gittern wiederfindet. Als es ihm jedoch gelingt, die bösen Träume des Pharaos zu deuten, wird er fürstlich belohnt und schließlich zu einem der einflussreichsten Männer an dessen Seite. Kein Wunder also, dass ihn die fiesen Brüder, die wegen einer Hungersnot aus Kanaan flüchten müssen, in seinen goldenen Gewändern nicht wiedererkennen.

Das Musical bietet mit seinen verschiedenen Musikstilen, die vom Calypso über Country-Balladen bis zu französischen Chansons reichen, ausreichend Platz für zündende Choreographien (Kate Watson, Josef Vesely). Während der „Benjamin Calypso“-Song Erinnerungen an Harry Belafonte wachruft, ist der „Song of the King“ des Pharaos eine hinreißende Elvis-Parodie. Christoph Wieschke bringt in dieser Rolle mit grandiosem Hüftschwung die Mädchen nicht nur auf der Bühne zum Kreischen. Hannah Kastner singt, tanzt und hüpft als Erzählerin durch die Geschichte. Bei ihrer positiven Ausstrahlung verliert selbst der Kerker seine Schrecken. Axel Meinhardt darf als Jakob/Potiphar neuerlich seine sängerischen Qualitäten unter Beweis stellen. Als Potiphars verführerisches Weib bringt Elisa Afie Agbaglah den armen Joseph in arge Bedrängnis. In dieser Rolle werden abwechselnd Lukas Blaukovitsch, Julius von Maldeghem und Fabio-Luca Ziegler zu sehen sein und mit ihrem Song „Wie vom Traum verführt“ für Gänsehaut sorgen.

Neben dem Salzburger Festspiele und Theater Kinder- und Jugendchor sorgen neun Tanzsolistinnen sowie Josephs elf Brüder mit ihren Partnerinnen in temperamentvollen Tanznummern für beste Stimmung. Kein Wunder, die Begeisterung auf der Bühne ist ansteckend und so darf sich auch das Publikum beim fast zehnminütigen Finale so richtig austoben, bevor es sich „Wie vom Traum verführt“ summend auf den Heimweg macht. So mitreißend kann ein Theaterabend mit Jugendlichen sein.

ngg_shortcode_1_placeholder„Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ Musical von Andrew Lloyd Webber / Texte von Tim Rice. Musikalische Leitung: Wolfgang Götz. Inszenierung: Carl Philip von Maldeghem. Bühne: Katja Schindowski. Kostüme: Alois Dollhäubl. Choreographie: Kate Watson, Josef Vesely. Mit: Hanna Kastner, Axel Meinhardt, Elisa Afie Agbaglah, Christoph Wieschke, Joseph Lukas Blaukovitsch, Dominik Tiefgraber, Rafael Hofmann, Philip Hammerschmid, Dominik Milewski, Julian Kroske, Jonas Binder, Ivan Vlatkovic, Simon Leikermoser, Josua Bulin, Sebastian Hollinetz, Sebastian Klein, Christina Ortmeier, Vanessa Friedl, Flora Angerer, Selina Decho, Anna Menslin, Julia Klampfer, Dolunay Altan, Fabienne Ziegler, Mirjam Helminger, Flora Menslin, Leonie Ehrenreich.Tanzsolisten: Marie Elling, Lara Horvath, Johanna Klaushofer, Stella Kratzer, Melanie Maderegger, Siri Marie Malmborg, Johanna Schwan, Clara Stein, Nora Steiner. Kinderchor: Lorenz Aigner, Christoph Bleyer, Eva Buttenhauser, Lea Drexel, Fiona Fasching, Julia Gallagher, Lara Hofmeister, Xaver Hörl, Paula Jäger, Marie Jurtin, Benjamin Linse, Theresa Löffl, Lennart Malm, Anais Mangeng, Leonhard Radauer, Flora Resmann, Zinedine Sarhatlic, Frederic Schultze, Valerie Schultze, Helena Stark, Sophie Marie Wallner, Lara Weilharter. Chor: Moritz Aigner, Anika Dafert Baumgartlinger, Paul Beck-Magenta, Sabrina Bloos, Cosima Decho, Susan Gadalla, Emma Gruber, Mark Häcker, Christopher Hipper, Finnian Hipper, Elena Höftberger, Katharina Kolb, Tobias Kolitscher, Florentin Krauss, Paula Lischent, Luca Russegger, Johanna Schmidbaur, Anna Seethaler, Jonathan Seißler, Lea Seitz, Daniel Winkelmann, Addisie Zankl. Fotos: © Anna-Maria Löffelberger. Video: SLT

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„Annie“ – ein bezauberndes Musical für die ganze Familie

1_Clara Stein, Helena Stark und Melanie Maderegger

Kim Duddy inszeniert und choreografiert am Salzburger Landestheater eines der beliebtesten und erfolgreichsten amerikanischen Musicals. Die Geschichte des 11-jährigen Waisenmädchens Annie, das mit seiner optimistischen, offenen Art seine Umwelt verzaubert, dürfte auch in Salzburg ein Publikumserfolg werden.

elipi_aVon Elisabeth Pichler

Das Musical basiert auf dem bekannten Comic „Little Orphan Annie“ von Harold Gray. Das 1977 am Broadway uraufgeführte Musical von Charles Strouse wurde mit sieben Tony Awards ausgezeichnet und brachte es auf 2377 Aufführungen. Neben der mitreißenden Musik sind auch die eingängigen Liedtexte von Martin Charnin ausschlaggebend für den großen Erfolg der Geschichte des kleinen Waisenmädchens Annie und seiner Suche nach seinen verschollenen Eltern. Annie wünscht sich nichts sehnlicher als eine richtige Familie, denn der Alltag im Waisenhaus ist geprägt von der Härte einer unfreundlichen Aufseherin. Als sie ein milliardenschwerer Unternehmer über Weihnachten bei sich aufnimmt, gelingt es ihr, das Herz des knallharten Geschäftsmannes zu erweichen. Dieser ist von der lebensbejahenden Einstellung des jungen Mädchens so angetan, dass er beschließt, es zu adoptieren. Doch Annie glaubt immer noch fest daran, dass ihre Eltern kommen werden, um sie abzuholen. Eine landesweite Suchaktion, in der den Eltern 50.000 Dollar Belohnung versprochen werden, zeigt überraschend großen Erfolg.

4_Eva Buttenhauser, Lara Horvath, Franziska Stebler, Helena Stark, Melanie Maderegger, Clara Stein und Stella Kratzer

Zehn junge Damen sind für die Titelrolle gecastet worden. Clara Stein (12), Maria Strassl (10) und Lara Weilharter (10) konnten sich behaupten und wirbeln nun alternierend mit einer roten Stoppellockenperücke über die Bühne. Als Waisenkinder stellen Mitglieder des Salzburger Festspiele und Theater Kinderchores (Franziska Stebler, Eva Buttenhauser, Helena Stark, Melanie Maderegger, Stella Kratzer, Lara Horvath und Nora Steiner) ihr Talent unter Beweis.

Neben so viel Jugend haben es die Erwachsenen schwer, sich zu behaupten. Franziska Becker als stets leicht angesäuselte, dauerfrustrierte Heimleiterin Miss Agatha Hannigan zeigt sich der Herausforderung mehr als gewachsen. Die leicht kriminelle Ader dürfte bei den Hannigans in der Familie liegen, kennt doch auch „Aggies“ Bruder (Sascha Oskar Weis als Parade-Strizzi) keine Skrupel.

16_Clara Stein und Uwe Kröger

Uwe Kröger darf in der Rolle des vielbeschäftigten Milliardärs Gefühl zeigen. Der Optimismus des kleinen Mädchens macht aus dem knallharten Wall-Street-Tycoon einen liebevollen Adoptivvater. Beeindruckend stimmgewaltig und ebenfalls sehr kinderfreundlich Elliot Carlton Hines als Präsident Roosevelt. Mitglieder des Opernchors dürfen diesmal in zahlreichen Solopartien glänzen. Peter Ewaldt und das Mozarteumorchester Salzburg sorgen für den passenden, leicht jazzigen Big-Band-Sound.

Court Watson zeichnet verantwortlich für das stilvolle Bühnenbild. Im Handumdrehen bzw. Kulissenumdrehen wird aus dem Elendsviertel New Yorks die mit kostbaren Bildern geschmückte luxuriöse Residenz von Oliver Warbucks. Die Kostüme (Monika Buttinger), eine Mischung aus historischer und urban industrieller Optik, weisen auf die 30er-Jahre hin, ohne trostlos zu wirken.

23_Clara Stein, Uwe Kröger und Chor

Kim Duddys Intention ist es, „die Botschaft herauszuarbeiten, dass ein einzelnes Individuum fähig ist, diese verrückte Welt, in der wir leben, mit seinem Charakter und Verhalten zu ändern“. Bei der Inszenierung dieses doch etwas sentimentalen, amerikanischen Musicals nimmt sie allerdings auf die Sehgewohnheiten des europäischen Publikums Rücksicht und präsentiert ein heiteres Familienmusical, in dem Optimismus jegliche Krise überwinden hilft. Singende, tanzende Kinder und ein gut dressierter Hund auf der Bühne sind stets Garanten für einen Publikumserfolg. Im Salzburger Landestheater stimmt das Gesamtpaket: Schauspieler jeglichen Alters, Sänger, Ballett, Chor und Orchester haben sich die Standing Ovations bei der Premiere am 10. Dezember 2015 redlich verdient.

„Annie“ von Charles Strouse. Musikalische Leitung: Peter Ewaldt. Inszenierung und Choreographie: Kim Duddy. Bühne: Court Watson. Kostüme: Monika Buttinger. Mit: Clara Stein, Franziska Stebler, Eva Buttenhauser, Stella Kratzer, Lara Horvath, Helena Stark, Melanie Maderegger, Uwe Kröger, Franziska Becker, Sascha Oskar Weis, Anna Carina Buchegger, Marco Dott, Elliott Carlton Hines, Eva Christine Just, Silvia Offermans, Philipp Schausberger, Roland Faust, Beth Johnes, Rudolf Pscheidl, Horst Zalto, Christina Holowati. Fotos: Anna-Maria Löffelberger

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„Der Lebkuchenmann“ – Turbulenzen im Küchenregal

Paul Hofmann-Wellenhof (Kuckuck)

Paul Hofmann-Wellenhof (Kuckuck)

Christoph Batscheider hat mit Schauspielstudenten des 2. und 3. Jahrgangs das preisgekrönte Musical des englischen Autors David Wood erarbeitet. Nach einer erfolgreichen Tournee durch das Burgenland unterhalten die munteren Küchenregalbewohner nun im Schauspielhaus Salzburg ganze Schulklassen. Die Lautstärke des Beifalls ist rekordverdächtig.

elipi_aVon Elisabeth Pichler

Herr von Kuckuck hat zwar einen Frosch im Hals, dafür gewinnt er mit seiner krächzenden Stimme im Nu die Sympathien der Kinder. Die übrigen Bewohner des Küchenregals, das muntere Fräulein Pfeffer und der pfiffige Meersalzmatrose, machen sich jedoch große Sorgen um ihren Freund. Wenn das nicht besser werden sollte, droht dem Herrn Kuckuck und seiner Uhr der Mistkübel, denn „die Großen“ sind da gnadenlos. Wenn etwas nicht funktioniert, dann geht’s ab damit in den Müll. Unterstützung erhalten die beiden von einem frischgebackenen Lebkuchen, den sie erfolgreich zum Leben erwecken, indem sie ihm mit einem riesigen Bleistift ein Gesicht aufmalen. Sie bringen ihm Gehen und Sprechen bei und bald schon ist er voller Tatendrang, eben ein richtiger kleiner Junge. Er wagt sich sogar auf das obere Küchenregal, um Honig für den kranken Kuckuck zu besorgen. Dieses Wunderheilmittel wird jedoch von einem äußerst grausamen alten Teebeutel bewacht.

Jonas Breitstadt (Lebkuchenmann)

Jonas Breitstadt (Lebkuchenmann)

Dem schlauen und vor allem mutigen Lebkuchenmann gelingt es, den gefährlichen Teebeutel zu überlisten. Es stellt sich heraus, dass dieser eigentlich nur ganz schrecklich einsam ist, weil er keine Freunde hat. Da taucht plötzlich Flitsch Gamasche, die hungrige Mafia-Maus, auf und stört den gerade gewonnenen Frieden. Jetzt heißt es zusammenhalten, gemeinsam wird man doch dieser kleinen, lästigen Maus Herr werden.

Magdalena Oettl (Pfeffer), Tilla Rath (Salz), Jonas Breitstadt (Lebkuchenmann)

Magdalena Oettl (Pfeffer), Tilla Rath (Salz), Jonas Breitstadt (Lebkuchenmann)

Die liebenswerten Küchenregalbewohner erobern die Herzen der Kinder im Sturm. Die Geräuschkulisse aus dem Zuschauerraum droht zeitweise die schwungvollen Musiknummern zu übertönen. Isabel Graf hat ein überdimensionales Küchenregal auf die Bühne gestellt und die munteren Bewohner in zauberhafte Kostüme gesteckt. Die jungen Schauspieler überzeugen mit Talent, Temperament und Einfühlungsvermögen, schließen sie doch immer wieder die Kinder in ihre Diskussionen mit ein. Als sich etwa der alte Teebeutel beschwert, dass heute kein Kind mehr Tee trinken will, wird er von den kleinen Besuchern lautstark getröstet: „Wir lieben Tee!“

Lukas Möschl (Flitsch), Jonas Breitstadt (Lebkuchenmann)

Lukas Möschl (Flitsch), Jonas Breitstadt (Lebkuchenmann)

Beim turbulenten Finale verausgaben sich die Kinder völlig, sodass für den Schlussapplaus kaum mehr Energie vorhanden ist. Der Lebkuchenmann (Jonas Breitstadt), Herr von Kuckuck (Paul Hofmann-Wellenhof), Fräulein Pfeffer (Magdalena Oettl), der Salzmatrose (Tilla Rath), der alte Teebeutel (Cora Mainz) sowie Flitsch, die Maus (Lukas Möschl) nehmen das sicherlich mit Humor.

„Der Lebkuchenmann“ – Musical von David Wood – für Kinder ab 5 Jahren – Regie: Christoph Batscheider. Ausstattung: Isabel Graf. Musik: Frank Niebuhr. Mit: Jonas Breitstadt, Magdalena Oettl, Tilla Rath, Cora Mainz, Paul Hofmann-Wellenhof, Lukas Möschl. Fotos: Gregor Hofstätter