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Die Kunst lebt!

Manu Delago - ReCycling Tour | Fotos: Kunstbox

Es war ein denkwürdiger Moment. Am 8. Mai 2021 betraten um 20 Uhr das erste Mal seit letzten Oktober Musiker die Bühne des Seekirchner Emailwerks. Ein lange geplantes Konzert, zweimal verschoben und trotzdem in den Lockdown hineingeraten, weil es einfach nicht mehr möglich war, die vielbeachtete ReCycling Tour von Manu Delago zu verschieben.

Leo Fellinger

Von Leo Fellinger, Kunstbox Seekirchen

Also passierte das Unvermeidliche – das Konzert fand ohne anwesendes Publikum, aber als Live-Stream im Internet statt. Dabei fühlte sich bei der Anreise der Musiker alles ganz normal an, wenn man diese fahrradgetriebene Tour als normal bezeichnen will. Denn Manu Delago ist mehr als nur Musiker. Der oft auf seine Mitarbeit und Freundschaft zu Björk oder ähnlichen Größen eingeordnete Hang-Spieler und Schlagzeuger verfolgt mit seinen Solo- und Band-Projekten eine ganz eigene Agenda. Die aktuelle Tour ist ein gutes Beispiel dafür, wie Manu Delago denkt und arbeitet. Bei der ReCycling Tour möchte er auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam machen und CO2-neutral mehr als 20 Konzerte in Österreich und Südtirol spielen und die sechs Bandmitglieder die ca. 1600 km dabei ausschließlich auf ihren Rädern zurücklegen werden.

Ziel dieser Aktion ist es, neben der Musikbranche auch Menschen weltweit zu inspirieren, ihr Leben umweltfreundlich zu gestalten. Dazu wirft Delago täglich viele ökologische und nachhaltige Fragestellungen und Aspekte während der Tour auf. Dass er in Seekirchen auf einen Veranstalter traf, der just in diesen Wochen zur GREEN LOCATION zertifiziert wurde, war mehr Fügung denn Zufall. Denn der Kulturverein Kunstbox hat sich in der unfreiwilligen Schließzeit zur konsequenten Überarbeitung seiner Prozesse entschlossen, um einen sehr hohen Standard an Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit zu erreichen. Dazu gehören weit mehr Kriterien als nur ökologische. Auch ökonomische und soziale Kriterien wurden im Rahmen der Zertifizierung überprüft. Ein wichtiges Feld des Agierens liegt auch in der inhaltlichen Arbeit des Kulturvereins. Also ein Zusammentreffen von Umständen, die besser nicht passen könnten.

Die ReCycling Tour von Manu Delago - Ankunft der Musiker in Seekirchen
Die ReCycling Tour von Manu Delago – Ankunft der Musiker in Seekirchen

Das Konzert selbst war – wie man von Manu Delago erwarten kann – nicht nur ein Feuerwerk an Musikalität und Virtuosität, sondern voll mit Bildern, die das Nachhaltigkeits-Ziel der Tour widerspiegelten. Dazu gehörten zwei Fahrräder, die auch kurz ein instrumentale Rolle einnahmen, da war die Bühnenbeleuchtung, die ihre Energie ausschließlich aus den Photovoltaik-Elementen der Rad-Anhänger bezog, statt Applaus zwischen den Liedern gab konsequentes und lautstarkes Bedienen der vorhandenen Fahrrad-Klingeln, ausgeführt von den Technikern, Kameramännern und –frauen und den anwesenden MitarbeiterInnen.

Und trotzdem. Konzert-Livestreams sind für viele Berufsmusiker keine launige Abwechslung vom Alltag, sondern Überlebensstrategie. Der Ausfall von Gagen hat sie in eine Notsituation gebracht. Sie müssen neue Wege finden, sichtbar zu bleiben und im besten Fall Einnahmen zu generieren. Livestreams verändern aber auch die Musikszene selbst. Mit den Streams ‚for free‘ könnte eine parasitäre Gewohnheit entstehen, Kunst jederzeit und  überall zu konsumieren – für nichts. Ein Missverständnis, denn irgendwer muss diese Kunst ja auch nach der Krise machen.

Bei aller Begeisterung, die das Team des Seekirchner Emailwerks und ihr Publikum zu Hause dieser persönlichen Premiere entgegenbrachte – es bleibt neben der großen Freude auch ein schaler Nachgeschmack. Es sind ganz viele Dinge, die wir in einem Konzertsaal vermissen, von dem aus gestreamt wird. Nicht nur der fehlende Applaus, auch der Schweiß und die Energie der Musiker und Musikerinnen, die Call & Response-Kultur zwischen jenen auf der Bühne und denen vor der Bühne, aus der die meiste Energie geschöpft wird. Musik ist Emotion und das kann ein Bildschirm nur bedingt leisten. Das beweist auch eine britische Studie: Zwei Konzertbesuche im Monat können den Weg für ein bis zu zehn Jahre längeres Leben ebnen. Dazu passt das aktuelle Ergebnis einer damit verbundenen repräsentativen Umfrage: Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie ein Live-Konzert glücklicher mache als Musik zu Hause zu hören.

Fazit: Es sind die Menschen wie Manu Delago, die uns in jeder Lebenslage und mit allen Mitteln mit dem versorgen, was wir als Publikum ganz dringend brauchen: das Lebensmittel Kunst. In seinem Fall sogar mit nachhaltigem Mehrwert. Online oder/und Offline. Danke.

Dorfzeitung - Merkantiles

matzebub: nochdenken

matzebub

Zum ersten Mal habe ich “matzebub” Matthias Aichinger bei der 20 Jahre Erinnerungsstätte der NS-Lager Weyer/ St. Pantaleon gehört.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Der junge Singer/ Songwriter aus dem benachbarten Innviertel präsentierte dem Publikum den Song “I hobs so sott” von der 2019 erschienen CD “nochdenken”. Im selben Jahr ist auch die Singleauskopplung “Früher” auf den Markt gekommen.

Die Musik gefällt sehr gut. In seinen erdigen Dialekt-Texten beschäftigt sich der matzebub mit aktuellen politischen Themen und dem eigenen Innenleben. Den Namen sollte man sich merken! CD für 15 € bestellen: music@matzebub.at

Seit Herbst 2019 spielt “matzebub” als Trio mit Daliah Frühling am Bass und Christian Veichtlbauer am Schlagzeug. Matzebub & VRÜHLING füllen die Songs mit einschlägigen Melodien und tanzbaren Rhythmen. Im Herbst 2020 möchten Matzebub & VRÜHLING das erste Mal ins Studio gehen, um die erste gemeinsame Single zu produzieren.

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Olles Leiwand: Net deppert wern

Olles Leiwand

Wie für alle Bands ist es auch für die bayerisch-salzburgerische Formation Olles Leiwand sehr ruhig geworden. Die Corona-Maßnahmen verhindern die Live-Auftritte. Wenigstens konnte man bei einem Streaming-Abend aus der Freilassinger Lokwelt etwas Konzert-Atmosphäre spüren.

An der Kreativität der Band hat das allerdings nichts verändert und so erscheint dieser Tage eine neue CD von Olles Leiwand. „Net deppert werdn“ nennt sich das Werk, ein Ausspruch, der bei den Musikern immer wieder mal fällt und auch ein Zitat ist aus der ORF-Kultserie „Ein echter Wiener geht nicht unter“.  Das Mini-Album enthält drei komplett neue Stücke und drei Lieder die bereits auf Single erschienen sind. Ergänzt mit zwei Live-Bonus-Tracks aus dem Auftritt in der Lokwelt.

„Mir ist komischerweise in der Arbeit das Lied „Eam hots taugt“ eingefallen“, sagt Bandleader Peter Mühlbauer. „Die Zeilen sind einfach so rausgeflossen, das war echt seltsam. Freunde machten sich sofort Sorgen als sie den Song gehört haben. Dabei finde ich, ist es ein sehr positives Lied. Was gibt’s schöneres als daß man sagen kann, es hat einem getaugt im Leben“, meint Mühlbauer.

Das zweite neue Lied ist eine wunderschöne Cover-Version von Eric Clapton´s „Wonderful tonight“. Gitarrist und Co-Sänger Manfred „Fred C“ Stoiss aus Salzburg hat den Song ins Deutsche übersetzt und eine sehr romantische Version erschaffen. „Da ich sehr auf die Dire Straits stehe, habe ich das E-Gitarrensolo am Ende des Liedes in deren Stil gespielt“, sagt Fred C. In seiner Version heisst der Titel „A leiwanda Hos“, in bestem wienerisch.

Fred “C” Stoiss, Peter Mühlbauer

Das düsterste Lied auf dem Album ist sicher der Song „Alien im Film“ und behandelt die Themen Depression, Angst- und Panikattacken. „In den 70-er Jahren hat Wolfgang Ambros ein sehr berührendes Lied „Wie wird des weitergeh´n“ geschrieben, ein Klassiker aus dem Genre des Austropop“, sagt Olles Leiwand-Bandleader Peter Mühlbauer. „Sowas ähnliches wollte ich auch machen und das Thema Depression ist ja Allgegenwärtig, übrigens nicht nur in diesen schlimmen Corona-Zeiten.“ Musikalisch hat Fred C, der alle drei Songs auch in seinem Studio in Mondsee produziert hat, ein kleines Meisterwerk erschaffen. Das Lied klingt verstörend, düster aber doch auch sehr modern, rockig mit Instrumenten aus der klassischen Musik.

Alien im Film

„Eam hots taugt“ und „Alien im Film“ gibt es ab Dezember und Januar auf allen bekannten Streaming-Diensten zum Download. Die Olles Leiwand CD „Net deppert wern“ kann man direkt bei der Band bestellen. Infos auf der Homepage >

Presseinformation der Band


Newcomer: Brassbeat

Brassbeat

Rückblickend auf das coronabedingt schwierige Jahr 2020 erinnere ich mich mit Freude an das Vielklangfestival in Salzburg, bei dem es auch junge, erstklassige Straßenmusik aus Österreich zu hören gab.

In bester Erinnerung geblieben sind mir 8 Musiker aus Wien, die mit sieben Blasinstrumenten und einem Schlagzeug dem Publikum einen erfrischenden Mix aus Jazz, Funk, Soul und Hip Hop präsentierten. So ähnlich stelle ich mir eine New Orleans Brass Band vor! Man konnte es förmlich spüren, wie viel Freude die Herren bei der Arbeit hatten!

Vor einige Wochen erhielt ich eine Mail, sie wären im Studio gewesen und hätten einige Titeln eingespielt. Ein Hörbeispiel:

Die Musiker: Stephan Hack, Alex Valdés – trp, Stefan Eitzenberger, Oliver Marec – saxes, Georg Schrattenholzer, Daniele Giaramita – tb, Valerian Schwärzler – tuba, Stefan Kemminger – drums)

Weitere Infos zur Band: Brassbeat>


Grenz/ Wertig im Brechelbad

Grenz/Wertig im Brechelbad

20 Jahre Brechelbad-Museum in Seeham-Webersberg

Ein Apfelbäumchen als Geburtstagsgeschenk

Hans Steiner und seine Tochter Elisabeth

Hans Steiner und seine Tochter Elisabeth beim Gießen des frisch gepflanzten Berner Rosenapfels. Foto: Sonja Kaiser

Mit einem besonders nachhaltigen Geschenk überraschte Renate Schaffenberger, Direktorin des Tourismusbüros in Seeham,  Paulsepplbauer  Hans Steiner zum 20-Jahr-Jubiläum seines Brechelbad-Museums am Webersberg : einem Apfelbäumchen der Sorte „Berner Rose“.  „Damit auch in den nächsten zwanzig Jahren die Kreativität im Brechelbad blüht, gedeiht und Früchte trägt“, meinte sie.
Claudia Karner

Von Claudia Karner

Das geplante Open Air-Konzert mit der Gruppe Grenz/Wertig  unter Leitung von Bernhard Grubinger aus Thalgau musste wegen Regen abgesagt werden. Hans Steiner zeigte sich von seiner großzügigen Seite und lud das Sextett  zu einem Privatkonzert  für Freunde und Wegbegleiter ins Brechelbad. Dabei wurde auf die geltenden Corona-Maßnahmen geachtet. Ansteckend sollten nur die gute Laune und die Begeisterung sein.

„Musiker haben es zur Zeit besonders schwer, Auftrittsmöglichkeiten zu bekommen“, sagte Hans Steiner.  „Da muss man eine Gelegenheit dafür schaffen.“

Groß war die Freude bei Grenz/Wertig: „Es ist so schön, endlich wieder einmal vor Publikum spielen zu können. Die meisten Konzerte wurden heuer abgesagt.“ Den Namen der Band erklärt Bernhard Grubinger so: „Wir wollen über die Grenzen hinaus wertige Musik machen.“ Und das tun sie auch. Hochwertige sogar. Crossover, quer durch den musikalischen Gemüsegarten – von der traditionellen heimischen Volksmusik bis zu Funk und Jazz. Mit einem enormen Instrumentarium, das von der Gitarre über jede Art von Blech bis zur Marimba reicht und in dessen Mittelpunkt die Zugin, die steirische Ziehharmonika, steht.

Auch einen musikalischen Wunsch zum Geburtstag hatten sie parat: „Dass da Wind oiwei von der g’rechten Seit’n waht.“

Unter den Gästen war auch Alfred Winter, der ehemalige Beauftragte für Sonderprojekte im Land Salzburg, der das Brechelbad von der ersten Stunde an kennt.  Er kam gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus: „Sensationell! Einfach sensationell!“


Das war der NYC Musikmarathon 2020

Vor dem Konzert, Stadtsaal Mattighofen, Foto Markus Lackinger

Mattighofen. Das NYC Musikmarathon Musikfestival löste auch dieses Jahr sein Versprechen ein, nämlich mit Bewährtem zu verwöhnen, mit Neuem zu verführen und mit Kreativem zu inspirieren.

Trotz Auflagen und zahlreicher Zusatzaufgaben für den Veranstalter wegen COVID-19 Sicherheitsmaßnahmen, war das Programmangebot vielfältig wie in den vergangenen Jahren, und das Publikumsinteresse entsprechend groß.

Das ursprünglich im Park der Landesmusikschule geplante Open-Air-Festival musste aufgrund der Wetterkapriolen in den Stadtsaal übersiedeln, nur zum Abschlusskonzert der Workshop-Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Sonntag konnte der Park mit seinem wundervollen Ambiente genutzt werden. Das tat jedoch der Begeisterung der Künstler und des Publikums keinen Abbruch, wobei für die „Jazz meets Klassik Night“ die Nachfrage größer war, als die Sitzordnung mit Mindestabstand es zuließ.

Die“ Blues Power Night“ am ersten Tag des Festivals wurde von der mitreißend musizierenden, internationalen Band „Blues Experience“ mit erdigem Blues und einfühlsamen Balladen gestaltet. Der Tastenvirtuose an der Hammond Orgel Jan Korinek, Gitarrist und Leadsänger Jiří Maršíček, Schlagzeuger Oliver Lipensky und der Londoner Saxofonist Osean Roberts erzeugten Spannung und Begeisterung auf der Bühne und im Saal, die bis zum Konzertende anhielten.

Auch bei der „Austrian Music Night“ lieferte das preisgekrönte und äußerst sympathische Duo “Wiener Blond” die versprochene, unterhaltsame Konzertshow mit Wiener Schmäh und viel Selbstironie ab. Ob mit Loop-Station, Gitarre, Trompete oder Gesang- Verena Doublier und Sebastian Radon verstanden es das Publikum auf eine musikalische Reise in die Bundeshauptstadt, inklusive U-Bahn, Stau und „Weaner Grantscherbn“ mitzunehmen. Im Vorfeld gehörte die Bühne dem Brass Ensemble Paris Lodron mit Lokalmatador Gerold Weinberger an der Trompeter sowie Reinhold Wieser, Christian Hörbiger, Jürgen Holzer, Markus Hauser und der Gastvokalistin Waltraud Nagl. Mit Klassik, Operette, Brass-und Folkmusik kamen die unterschiedlichsten musikalische Geschmäcker auf ihre Kosten und wurden mit musikalischem Witz und klanglicher Finesse bestens unterhalten.

Bei der „Jazz meets Klassik Night“ am Samstagabend wurde ebenfalls ein musikalischer Regenbogen gespannt, bestehend aus Klassik, Jazz und Gospel mit der stimmgewaltigen New Yorker Sopranistin Cassandra McConnell und dem Publikumsliebling des Musikmarathons, der aus Chicago stammenden Neo-Soul und Jazz-Vokalistin Chanda Rule. Mit dabei war die Band des NYCMM-Gründers und Leiters Gernot Bernroider namens „Culturessence“, die mit dem Saxofonisten Thomas Kugi und dem pfeilschnellen Trompeter des Upper Austrian Jazz Orchestras Simon Plötzeneder einen groovigen und sensiblen musikalischen Teppich für Hits aus Klassik, Jazz, Neo-Soul und Gospel bereiteten. Ebenfalls für Ohrenschmaus sorgte an diesem Abend das Damentrio „VICTHAMIN“, mit der brasilianischen Bassistin Tatjana Gomez, der taiwanesischen Pianisten Tzu-Min Lee und der aus Steyr-Land stammenden Saxofonistin Victoria Pfeil.

Gernot Bernroider konstatierte bereits im Vorfeld mit dem diesjährigen NYC Musikmarathon Publikum wie KünstlerInnen in einer herausfordernden Zeit etwas Unterhaltung, Ablenkung, Spaß und Inspiration ermöglichen zu wollen. Das zahlreich erschienene Publikum dankte es mit Begeisterung und viel Applaus für viel zu selten gewordene Livekonzerte.

Das abschließende Resumé von Gernot Bernroider: “Wir freuen uns über das gestiegene Interesse an jedem einzelnen der Konzerte und bedanken uns bei Förderern, Sponsoren und uns unterstützende Privatpersonen sowie bei unserem stetig wachsenden Publikum. Wir freuen uns auf unser 10-jähriges Jubiläum, das nächstes Jahr vom 12.-15. August über die Bühne geht und auf das wir uns bereits ab Herbst 2020 gezielt vorbereiten.”


Ranzenberger & Kili im Konventgarten

Josef Kili + Klaus Ranzenberger

Am Freitag, dem 17. Juli 2020 startete im wunderschönen Konventgarten im Schloss Ranshofen der “Kleine Braunauer Kultursommer”, eine Veranstaltungsreihe vom Verein “bauhoftheater braunau”.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Die Freiluftveranstaltung erfüllte alle notwendigen Covid-Auflagen, es gab keine Pause und anstelle eines Verkaufsstandes für Getränke war eine Dame mit Bauchladen unterwegs. Ein Bücherstand der Buchhandlung Lauf in Brauau mit den Büchern von Klaus Ranzenberger ergänzte das Angebot.

Der Wettergott meinte es gut, die Regenwolken verzogen sich und einem schönen Abend mit den Geschichten rund um den legendären “Onkel Franz” stand nichts mehr im Weg.

"bauhoftheater braunau" Obmann Robert Ortner

Nach dem ersten Musikstück, dargeboten von Josef Kili am Sopran-Saxophon, fuhr Klaus Ranzenberger mit dem “Henastauba”, einem Puch MS50 Moped, vor und betrat die Bühne.

Ranzenberger präsentierte die kurzweiligen Geschichten aus dem Jahreslauf abwechselnd mit zumeist jazzigen Musikstücken. Das Publikum zeigte sich begeistert. Lokalmatador Klaus Ranzenberger konnte mit seinen Texten ebenso überzeugen wie Josef Kili mit der mitgebrachten Auswahl an Holzblasinstrumenten und seinem virtuosen Spiel.

Klaus Ranzenberger in der Dorfzeitung >
Josef Kili – Jazz am Bahnhof >


Vielklang in Salzburg

Das herrliche Wetter am letzten Wochenende war die ideale Voraussetzung für das zweitägige Vielklangfestival, das mit erstklassigen Straßenkonzerten aufwartete.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Es ist ganz einfach schön, wenn man durch die Linzergasse schlendert, viele Menschen in den Gastgärten der Lokale sitzen und an fast jeder Ecke gute, handgemachte Musik zu hören ist.

Am Platzl begeisterte die Salzburgerin Nane Frühstückl mit ihrer facettenreichen Stimme die Zuhörer. Helmar Hill am Piano und Peter Fürhapter am Tenorsax ergänzten das Jazz-Trio.

Der Stefan-Zweig-Platz diente der Wiener Formation brassbeat (Stephan Hack, Alex Valdés – trp, Stefan Eitzenberger, Oliver Marec – saxes, Georg Schrattenholzer, Daniele Giaramita – tb, Valerian Schwärzler – tuba, Stefan Kemminger – drals) als Konzertsaal. Die 7 Bläser und der Schlagzeuger erinnerten an eine New Orleans Brass Band, jedoch mit einer ganz eigenen Klangsprache.

Die “Mirabell Street Parade” (Andreas Tentschert, Christoph Mallinger, Chris Kronreif, Yoshi Öttl, Gernot Haslauer, Martin Heinzle, Josef Söllinger, Robert Kainar) zog als New Orleans Marching Band durch die Stadt und verwandelte jeden Strassenzug in eine Mardi Gras Party. Ein musikalischer Leckerbissen war das Zusammentreffen der “Mirabell Street Parade” mit der “brassbeat” am Stefan-Zweig-Platz, sie spielten kurzerhand ein Musikstück gemeinsam.

An der Ecke Wolf-Dietrich-Strasse/ Linzergasse war der Salzburger Javier Rodaro mit seiner Band (Gitarre: David Binderberger, Cajon: Klaus Brennsteiner, Bass: Lukas Pamminger) zu hören. Die 4 Herren boten erstklassigen Soul/ Indie-Rock. Es wird spannend, was da künftig noch kommen wird.

Weiters spielten am Mozartplatz ALMA und am Alten Markt die Prohibition Stompers.


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Berger.Frühstückl.Hill – Spiel für dich, spiel für mich.

Berger.Frügstückl.Hill

Am Montag, dem 15. Juni 2020 war es endlich soweit: Konzerte wurden nach der Corona-Pause wieder erlaubt! Die Academy-Bar in Salzburg nutzte die Gelegenheit und startete mit einem erstklassigen Jazzabend.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Durch die Unterstützung der Stadt Salzburg war es möglich geworden, dass die Musiker nach 3 Monaten Bühnenenthaltsamkeit ihre erste Gage erhielten und die Zuhörer gute Musik bei freiem Eintritt genießen konnten.

Phil Zezula und Michi Grassl sorgten dafür, dass die Coronaregeln beachtet wurden. Getreu ihrem Motto: “Academy ist Kunst, Kultur und Musik” gaben sie die Unterstützung der Stadt Salzburg an die Künstler weiter.

Nane Frühstückl (vocals), Herbert Berger (sax, flute, harp) und Helmar Hill (piano), 3 Größen der heimischen Musikszene, boten einen bunten Mix von bekannten Jazzklassikern und groovigen Eigenkompositionen: My favorite Things aus Sound of Music, Miss Otis Regrets, Hit That Jive Jack, Caravan, I got Rythm, Poodle di Doodle (Nane Frühstückl), Sag ma es war nix (Text: Walter Müller, Musik: Herb Berger), etc

Alle drei Musiker glänzten durch Spielfreude und Virtuosität, die zahlreichen Soli begeisterten das Publikum.

Die Stimmung in der Academy Bar war sehr gut, trotz coronabedingter Beschränkung der Gästeanzahl. Man hatte das Gefühl, dass sich alle Anwesenden über das Ende des kulturellen Home-Office freuten.

Dieses Konzert war der Beginn einer Veranstaltungsreihe der Academy-Bar, die eine Woche lang Künstlern nach der Coronapause eine Bühne bietet.

Dienstag, 16.6. Robert Herbe
Dienstag, 16.6. JOKEBOX English Comedy Night
Mittwoch, 17.6. Ingo Vogl
Donnerstag, 18.6. Magic Delphin + Flirtmachine
Freitag, 19.6. Laube.Czihak.Schubert
Samstag, 20.6. PBJ Trio


Hill & Pit Trio in der Kleinkunstbühne

Geheimtipp ist die Salzburgerin Nane Frühstückl schon lange keiner mehr. Diesmal ist sie mit dem Innviertler Pianisten Hermann Linecker und dem aus New York heimgekehrten Schlagzeuger Gernot Bernroider aufgetreten und es war echt der Hammer.

Von Karl Traintinger

In der Laufner Kleinkunstbühne bot das Trio am 6. Februar 2020 Genuss-Jazz vom Feinsten. Nane Frühstückl überzeugte mit dem elektrisierenden Timbre ihrer Stimme, sie ist auch eine Meisterin des für Jazzinterpretationen typischen Scat-Gesanges.

Der Rieder Musiker Hermann Linecker am Piano war eine Klasse für sich. Für mich stellen sich immer wieder die Frage, wie man so schnell spielen kann. Der Innviertler Drummer Gernot Bernroider war der kongeniale Partner dazu. Zu hören waren Eigenkompositionen der Musiker und einige Jazz-Standards. Begeistert hat auch die Spielfreude der 3 Musiker.


„Viva la Diva“ – Die Callas aus Ischl

Andreas Fladvad-Geier hat gemeinsam mit Regisseur Stephen Medcalf für Gaetano Donizettis Opera buffa „Le convenienze ed inconvenienze teatrali“ („Sitten und Unsitten der Leute vom Theater“) eine spezielle „Salzburger Fassung“ erstellt. Die spritzige Parodie auf den Opernbetrieb feierte am 8. Februar 2020 im Salzburger Landestheater Premiere.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Als Vorspiel findet ein Casting für die Oper „Romolo ed Ersilia“ von Galliano Dozzinetti statt. Die desinteressierte Jury gibt bösartige Kommentare ab, schlürft genüsslich Kaffee und unterbricht ständig die Sängerinnen und Sänger. Schließlich wird die ungarische Mezzosopranistin Dorottya Pesty ebenso engagiert wie die Soubrette Luisa Klein. Da Franz-Joseph von Suppersberger unter Stimmproblemen leidet, darf er als Inspizient einspringen.

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Zehn Wochen später wartet die Crew der Opera Lunatica auf der Probebühne auf die Primadonna, Corinna von und zu Hochkrähenstein. Als sie endlich mit ihrem verwöhnten Hündchen Contessa und ihrem Gatten Sergej Prokoloff auftaucht, beginnen die Probleme, denn er alleine besitzt den Draht zum russischen Großsponsor und „Wer das Geld hat, darf bestimmen“. Die kapriziöse Diva macht allen das Leben schwer und so verlässt bald nicht nur der Tenor beleidigt die Bühne: „Ich habe fertig!“ Es finden sich jedoch schnell Einspringer, egal ob die Stimmlage nun passt oder nicht. Kurz vor der Kostümprobe taucht auch noch Luisas Mutter Agatha auf und fordert ein Rondo für ihre Tochter. Außerdem kennt sie die Diva von früher, denn die beiden haben gemeinsam im Chor gesungen und so nennt sie diese verächtlich „Die Callas aus Ischl“. Komponist und Theaterdirektor sind bald schon mit den Nerven am Ende.

Nach der Pause zieren ein riesiger, blauer Römerkopf sowie ein blaues Schwert die Bühne. Man musste mit den ausrangierten Resten aus Oberammergau vorliebnehmen, denn das Geld ist knapp. Als die Soldaten aufmarschieren und alles für die große Opferszene bereit ist, streikt plötzlich das Orchester und Polizei stürmt auf die Bühne. Ob die Premiere von „Romolo ed Ersilia“ jemals stattfinden wird, ist also fraglich.

In der Volksoper Wien inszenierte 2015 Rolando Villazón Donizettis Oper unter dem Titel „Viva la Mamma“, denn der eigentliche Star des Abends ist eindeutig der Bariton, der Luisas ehrgeizige Mutter Agatha verkörpert. In Salzburg darf George Humphreys in dieser Rolle sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen und er macht das ganz hervorragend. Alle fürchten die Rache der Mutter, und das Töchterchen (Hazel McBain) würde am liebsten die Bühne für immer verlassen. Anne-Fleur Werner treibt als kapriziöse Diva mit ihren Marotten den armen Tenor (Gustavo Quaresma) und den Mezzosopran (Zsófia Mózer) in die Flucht und nervt Theaterdirektor (Yevheniy Kapitula) und Regisseur (Samuel Pantcheff). Raimundas Juzuitis hält als ihr Gatte den russischen Großsponsor bei Laune und so ziert das Bühnenbild schließlich eine riesige Wodkaflasche, die wie eine Rakete gezündet werden kann. Franz Supper hält als Inspizient die Compagnie zusammen, findet schließlich seine Stimme wieder und schmettert zum Beweis eine Arie ins Publikum, die eindeutig nicht von Donizetti stammt. Grandios der Aufmarsch des Männerchors in eigenwilligen Römerkostümen (Bühne und Kostüme: Yannis Thavoris) zu einer mitreißenden Choreographie von Kate Watson. Donizettis virtuose Opernpersiflage garantiert in der mit jeder Menge Lokalkolorit versehenen deutschen Übersetzung von Andreas Fladvad-Geier, humorvoll in Szene gesetzt von Stephen Medcal, reinstes Vergnügen. Eifersüchteleien zwischen Sängern und Machtkämpfe zwischen Regisseuren, Theaterdirektoren und Komponisten gehörten ja schon immer zum Alltag einer Opernproduktion. Ein prickelndes Theatervergnügen, nicht nur für Opernfans.

Viva la Diva“ – Opera buffa in zwei Akten mit Musik von Gaetano Donizetti nach einer Dichtung von Simeone Antonio Sografi. Neue Fassung von Andreas Fladvad-Geier und Stephen Medcalf für das Salzburger Landestheater. Deutsche Übersetzung von Andreas Fladvad-Geier. Musikalische Leitung: Adrian Kelly. Inszenierung: Stephen Medcalf. Bühne und Kostüme: Yannis Thavoris. Choreographie: Kate Watson. Mit: Anne-Fleur Werner, George Humphreys, Hazel McBain/Tamara Ivanis, Raimundas Juzuitis, Yevheniy Kapitula, Samuel Pantcheff, Zsófia Mózer, Gustavo Quaresma/Joseph Doody, Franz Supper, Adrian Kelly, Alexander Hüttner, Birute Ramonaite, Eunjung Lee. Fotos: © SLT/ Tobias Witzgall


Trio Klassikiss im Johann

trio klassikiss

Am Abend des 20. Dezember 2019 gab das Trio um Zsuzsanna Kiss ein weihnachtliches Konzert im “Das Johann” am Salzburger Hauptbahnhof zum Thema: I´M DREAMING OF A WHITE CHRISTMAS.

Die drei jungen Musikerinnen entführten das Publikum charmant und musikalisch virtuos in eine bezaubernde Weihnachtswelt. Die Palette der stimmungsvollen Melodien umfasste Werke aus der klassischen Musik, aus Oper und Operette bis hin zu ungarischen Violinsoli. Es wurden aber auch Evergreens, Chansons, Walzer und Tangos gespielt.

Die Besetzung: Zsófia Szabó (Gesang), Zsuzsanna Kiss (Gesang und Violine), Emese Badi (Klavier).


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