dorfzeitung _quer
Silvesterknallerei

Es war schon immer so. Zu Silvester müssen unzählige Raketen in die Luft geschossen werden. Ohne Feuerwerk geht ein Jahreswechsel gar nicht. Traditionen verlangen Opfer.

Man darf das alles nicht ganz so eng sehen. Die extreme Feinstaubbelastung der Fluggeschosse und Kracher ist sicherlich kein vieldiskutiertes Thema in unserer modernen und schnelllebigen Fun- und Bussibussigesellschaft. Die Feinstaubproblematik ist ohnedies mit den Dieselautos als eindeutiges und alleiniges Feindbild abgehakt und das Gewissen damit beruhigt. Und die alleproblemelösenden E-Autos kommen ja auch schon daher.

Da verträgt es ein bisschen Schießen zu Silvester auf jeden Fall. Oder eine kleine Kreuzfahrt. Oder einen kleinen Städteflug. Sogar Trump twittert: Das mit der Klimaerwärmung stimmt so ohnedies nicht. America first.

Lasst uns auf das neue Jahr anstoßen! Prosit 2019.


Klimaschutz

Wir haben es geschafft!  Beim jährlichen Ranking zum Klimaschutz-Index haben wir Österreicher wieder einen wichtigen Punkt in Richtung Keller gut gemacht.

Platz 36 ist es heuer geworden, wie man bei der Klimakonferenz (COP24) in Katowice in Polen erfahren konnte. Wenn sich nichts ändert und die Regierung arbeitet aktuell auch eifrig daran, werden wir es irgendwann vielleicht schaffen, gleich gute Ergebnisse wie unsere trumpeligen amerikanischen Freunde oder gar die öligen Saudis zu erzielen.

Frustrierend ist eigentlich nur, dass die Klimakatastrophe letztendlich uns alle treffen wird und die Großen der Zeit zu wenig dagegen unternehmen.

Das wettern gegen SUV´s ist zu wenig und auch scheinheilig und dient nur zur Ablenkung von den wichtigen Problemen.


Dorfzeitung


Perchten und Krampusse

Die Zeit der Perchtenläufe hat begonnen und die schauerlichen Larven sind bunter geworden. Das Spektrum reicht von schönen, handgeschnitzten Masken bis hin zu neonfärbigen, futuristischen Plastikköpfen. Tradition trifft auf Moderne, Kunsthandwerk auf Kitsch.

Politisch schaut es da ganz anders aus. Die Sozialdemokratie ist immer noch in der Selbstfindungsphase. Es ist hoch an der Zeit, dass die Partei wieder in die Gänge kommt. Ohne gröbere Richtungskorrekturen wird es wohl nicht gehen. Machtdemonstrationen einiger Gewerkschaftsfunktionäre sind da eher auch kontraproduktiv. Aktuell kann man noch nicht erkennen, ob die Nüsse, die nicht nur der Nikolaus gebracht hat, von der neuen Chefin geknackt werden können.


ÖBB Streik

Um es gleich vorneweg zu sagen, ich habe für die aktuellen Streiks der ÖBB kein Verständnis. Es ist auch unsauber, den paar privaten Bahnanbietern die Arbeitsgrundlage zu entziehen. Denn streikt die ÖBB, kann beispielsweise auch die Westbahn nicht fahren. Mitgehangen, mitgefangen.

Prinzipiell halte ich Gewerkschaften für notwendig und auch das Streikrecht. Nur was jetzt abgeht, passt nicht. Es geht offensichtlich nur um eine politische Machtdemonstration und sonst nichts. Wenn den Gewerkschaften nichts Besseres einfällt, haben sie für mich ihre Daseinsberechtigung verloren.

Den 12-Stunden-Tag haben die Eisenbahner schon lange, auch die Sozialleistungen und  Gehälter sind  im internationalen Vergleich ganz ordentlich. Lohnerhöhungen stehen allen zu, wenn sie erwirtschaftet werden. Die öffentlichen Milliardenzuschüsse zur ÖBB sind notwendig, um die unrentablen Nebenbahnen zu erhalten. Und um die Gehälter zu bezahlen. Und um die Pensionen zu bezahlen. Forderungen nach highendigen Lohnerhöhungen sind aber schon kritisch zu hinterfragen.

Wieso die Gehaltsforderungen auf dem Rücken der Kunden ausgetragen werden, ist mir unverständlich, bezahlen müssen sie sowieso, entweder in Form von höheren Ticketpreisen oder Steuern.

Randbemerkung: Am letzten Samstag war ich mit der ÖBB in Wien. Am Heimweg waren die Toiletten in 3 Waggons defekt, ähnlich erging es mir einige Wochen davor.  Es war jedes Mal ein hochmoderner Railjet.


Jetzt Pilz

Der ehemals Grüne Peter Pilz hat seine alte neue Liste Pilz in die noch neuere Liste JETZT umbenannt. Ein weiser Schritt. Die Vergangenheit hat ja gelehrt, dass Namenslisten im Österreichischen Nationalrat eher eine kurze Halbwertszeit haben. 

Ein weiterer Vorteil beim Namenswechsel ist auch, dass unliebsame Ereignisse schneller in Vergessenheit geraten, weil sie ja mit dem neuen Namen nicht mehr verknüpft sind. Ein listiges Schwammerl, dieser Pilz.

Vielleicht schafft es damit diese bizarre Liste durch diesen strategisch klugen Schachzug wichtig zu bleiben und bei den nächsten Wahlen noch einmal zu punkten. Alles steht in den Sternderln, die mandatslos in der JETZT Parteizentrale vor sich hin leuchten.

Die Grünen sind ja auch gerade dabei, sich wieder zu finden. Es bleibt spannend.

Peter Pilz in der Dorfzeitung >


100 Jahre Deutschösterreich

Heute vor 100 Jahren wurde die Republik Deutschösterreich ausgerufen und hat damit die 650-jährige Habsburgerherrschaft beendet. Erst im Friedensvertrag von St. Germain (10. September 1919)  erfolgte die Umbenennung auf den heutigen Namen „Republik Österreich“.

Die folgende Zeit brachte nach den Goldenen 20igern letztendlich den Niedergang der jungen Demokratie und anschließend die Nazidiktatur mit all den bekannten Gräueln.

Man darf gespannt sein, was Österreich aus der Geschichte gelernt hat. Fakt ist, dass die Welt aktuell ein Pulverfass ist und auch bei uns und in großen Teilen der EU der Populismus Einzug gehalten hat. Ausgrenzung wird wieder zum Thema, das Trennende vor das Gemeinsame gestellt.

Wir müssen alles daran setzen, dass es friedlich in die Zukunft geht und dazu brauchen wir eine starke EU. Vielfalt ist befruchtend und gut. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen kann es nur Verlierer geben, das sollte doch allen Menschen schon lange bekannt sein!


2018 wahlkosten

Vor geraumer Zeit konnte man da und dort lesen, dass es speziell die regierenden Siegerparteien mit der Einhaltung der Wahlkostenvorgaben bei der letzten Nationalratswahl nicht ganz so genau genommen haben.

Der Aufschrei der geschröpften Steuerzahler hielt sich aber eigentlich in Grenzen. Kurze Zeit später stand in manchen Zeitungen geschrieben, dass etwa 17 Prozent der Österreicher Probleme mit dem sinnerfasssenden Lesen hätten. Wahrscheinlich haben diese beiden Meldungen ja nichts miteinander zu tun, ein Schelm der glaubt, die vielen Schulversuche im Land hätten keinen Sinn.

Trotzdem, ganz unerwünscht dürfte es da und dort vielleicht doch nicht sein, wenn das Wahlvolk lieber Brandrednern zuhört als selber nachliest, was Sache ist.

Lesekompetenz ist aber ganz sicher ein Stück Freiheit, die nicht verspielt werden sollte!
Genau so wie Bargeld.

Bargeld ist Freiheit >
Bargeldlos glücklich>


salzburg wird pink

Salzburg hat offensichtlich eine landesweite Charmeoffensive für die neue Sternwarte am Haunsberg gestartet. Weiße Sterne auf pinken Plakaten verschönern die Gegend im ganzen Land.

Dazu kommen noch große Tafeln in Pink mit weißen Aufschriften von einzelnen Orten, die meistens von der Aufstellungsstelle weit weg sind. In Lamprechtshausen findet man beispielsweise Tafeln mit Mariapfarr im Lungau und umgekehrt im Lungau welche mit Arnsdorf. Die zu vermittelnde Botschaft ist nicht zu erkennen, schon gar nicht beim Vorbeifahren. 

Ob es einen politischen Hintergrund für diese Plakataktion gibt, ist nicht bekannt. Mit dem Ausscheiden vom pinken Neosgründer Matthias Strolz aus der Politik dürfte sie allerdings eher nichts zu tun haben.

Ein befreundeter Pendler aus dem benachbarten Innviertel, der täglich in einer Autofahrgemeinschaft nach Salzburg fährt, meinte, es könnte sich eventuell um eine Stille Nacht Aktion handeln. Genaueres weiß er aber auch nicht.


Fiaker in Wien

Die Wiener Fiaker sind ins Gerede gekommen. Die beschlagenen Hufe zerstören die Straßen und auch der an sich noble Geruch der rössernen Exkremente gehört nicht zu den aktuell beliebten Duftnoten. Und dann ist da auch noch die Sache mit dem Tierschutz: Wie kann man sich von einem Pferd durch die Stadt ziehen lassen?

Der Weisheit letzter Schluss, die Pferde müssen aus der Stadt. 300 Jahre waren sie drinnen, das sollte doch genug sein, hört man aus Politkerkreisen der Innenstadt.

Weil aber Traditionen nur langsam abgeschafft werden können, sollen die Kutschen in der Übergangszeit als Rikschas  geführt werden. Damit hätte man schon die wichtigsten Probleme gelöst: Genagelte Schuhe sind extrem selten geworden und können ganz einfach durch Gummisohlen ersetzt werden, auch die Pooh-Bags für die Rossäpfel braucht man dann nicht mehr. Die meisten Zweibeiner haben in der Regel ihre Ausscheidungen im Griff.

Auch volkswirtschaftlich hätte diese Umstellung Vorteile. Die Parteien bräuchten für die ausgedienten Führungskräfte keine Versorgungsposten mehr. Nach der mehr oder weniger langen parlamentarischen Kopfarbeit wäre die Bewegung an der frischen Wiener Luft sicherlich ihrer Gesundheit zuträglich, heißt es aus gewöhnlich gut informierten Kreisen. Die Umweltministerin lässt wahrscheinlich die Schadstoffemissionen schon prüfen und der Verkehrsminister dürfte über die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit nachdenken. Die Teststrecke könnte am Ring eingerichtet werden.

 


2018 Volksbegehren

881.569 Österreicher haben im letzten Volksbegehren für ein Rauchverbot in der Gastronomie gestimmt. Das sind um 18.431 zu wenig, um eine Änderung zu bewirken. Vernünftige Einsichten oder gesundheitliche Visionen sind von der aktuellen Regierung offensichtlich nicht zu erwarten.

Sie hält sich exakt an die Vorgaben des abgeschlossenen Regierungsübereinkommens. Auf Punkt und Beistrich. Ohne wenn und aber. Sinnvoll oder nicht. Ich kann mich noch daran erinnern, wie sich beide Fraktionen die direkte Demokratie auf die türkis-blauen Fahnen geheftet haben. Werden die Regeln richtig gestaltet, kann es damit aber keine ernstzunehmenden Probleme für die Regierung geben. Das ganze vorwahltaktische Gefasel um die Volksabstimmungen war nicht mehr als heiße Luft.

Volksnahe Politik definiert sich immer noch so: In einer Koalition kann für die eine Partei nicht sein, was die andere ihren Wählern versprochen hat.


2018 UEFA Champions League

Hut ab vor den Salzburger Bullen! Damit sich ihre Fans nicht mehr über das abermalige Scheitern ihres Lieblingsvereines ärgern müssen, werden die Spiele der UEFA Champions League künftig nur mehr im PayTV übertragen.

Selbst nicht Fußballfans können mit dieser Lösung zufrieden sein, werden doch ab sofort die guten Sendeplätze im ORF künftig nicht mehr von den langweiligen Fußballübertragungen blockiert. Es bleibt abzuwarten, wie der ORF damit umgehen und was stattdessen kommen wird.

Wie heißt es in mancher Quizsendung doch so treffend: Bleiben Sie neugierig!


Zahnspange | Cartoon by Honzi

Wie gewöhnlich gut informierte Kreise aus dem Schloss Schönbrunn berichten, soll demnächst die Zahnspange für alle Altersklassen kommen.

Geplant ist eine Krankenkassenversion, die allen Österreichern passt. Sie kann nach einem ausgeklügelten Wegbrechsystem an die unterschiedlichen Gegebenheiten und anatomischen Varietäten angepasst werden. InSpangenkäufe (ähnlich den InApp Käufen) sind möglich. Die Finanzierung ist gesichert. Einsparungen in der Verwaltung machen dies möglich, heißt es aus dem Ministerium.

Entwickelt wurden die innovativen Zahnspangen in Seekirchen am Wallersee. (kat)