The Sound of Music

Sound of Music geht in Salzburg bereits in die 6.Spielzeit! Aufgrund des großen Publikumserfolges ist es seit 2011 regelmäßig im Repertoire des Salzburger Landestheaters zu finden. Bemerkenswert ist, dass dieses Stück, das in New York bereits 1959 Première feierte erst 52 Jahre später am Originalschauplatz Salzburg „angekommen“ ist.

Heide-Maria MüllerVon Heide-Maria Müller

Erzählt wird die Liebesgeschichte zwischen Baron Georg von Trapp und der Novizin Maria Rainer , die aus dem Kloster Nonnberg als Gouvernante zur Familie Trapp kommt. Mit ihrer Liebenswürdigkeit und Herzensgüte verzaubert sie sowohl die sieben Kinder als auch den gestrengen Herrn Kapitän. Anstelle militärischen Drills ziehen bald Musik, Gesang und Spiel in die Trapp`sche Villa ein. Eingebettet ist die Idylle in den politischen Hintergrund der Nazi-Zeit und des Anschlusses Österreichs an Deutschland. Georg von Trapp ist gläubiger Christ und lehnt den Nationalsozialismus ab. Trotz seiner Einberufung zur deutschen Marine gelingt es der Familie nach einem Auftritt im Großen Festspielhaus ins Ausland zu fliehen.

Die Grundlage des Musicals bilden die Erinnerungen von Maria Augusta von Trapp, die sie in einem Buch veröffentlicht hat. Allerdings unterscheidet sich der Inhalt des Stückes in einigen Details von der Wirklichkeit. So wird Maria als Nachhilfelehrerin für einen Sohn engagiert und die älteste Tochter heißt Maria und nicht Liesl.

Die Inszenierung von Andreas Gergen und Christian Struppeck ist nach wie vor sehr gelungen. Das Bühnenbild, bei dem alle Vorteile einer Drehbühne weidlich ausgenützt werden , die Ausstattung und die Kostüme sind ein Augenschmauß, ohne allzu kitschig zu werden.

Milica Jovanovic als Maria Rainer singt und spielt hinreißend natürlich, Uwe Kröger ist ein etwas weniger gestrenger Familienvater als in früheren Aufführungen, dafür zeigt er mehr Witz und Gefühl.
Franziska Becker als elegante Elsa Schrader überzeugt stimmlich und schauspielerisch. Der windige Konzertmanager Max Dettweiler wird dieses Jahr von Axel Meinhardt äußerst unterhaltsam dargestellt.
Hanna Kastner als die älteste Schwester Liesl ist ein absoluter Höhepunkt und natürlich auch alle anderen Kinder, die vom Publikum heftig beklatscht wurden.

Insgesamt ein unterhaltsamer Abend, der vor allem auch Touristen viel Freude machen wird, da alle Texte als englische Übertitel gezeigt werden. Und zu guter Letzt können alle Besucher gemeinsam mit dem Ensemble einige Strophen der berühmtesten Lieder singen- wer da keine Träne verdrückt …

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Musical von Richard Rodgers (Musik) und Oscar Hammerstein II (Gesangstexte). Salzburger Landestheater – Wiederraufnahme | Musikalische Leitung – Robin Davis | Inszenierung – Andreas Gergen | Choreographie – Kim Duddy | Bühne und Kostüme – Court Watson | Maria Rainer – Milica Jovanovic | Mutter Oberin – Frances Pappas | Captain Georg von Trapp – Uwe Kröger | Liesl – Hanna Kastner | Rolf Gruber – Philipp Andreas Sievers | Elsa Schrader -Franziska Becker | Max Dettweiler – Axel Meinhardt | Orchester – Mozarteumorchester Salzburg | Chor – Chor des Salzburger Landestheaters | Ballett – Ballett des Salzburger Landestheaters | Fotos: Christina Canaval – SLT


„Hotel Europa“ – ein szenischer Liederabend

Passend zum Spielzeitmotto „Alle Menschen werden Brüder“ zündet Marco Dott ein musikalisches Feuerwerk aus bekannten Songs, Liedern und Chansons im Salzburger Landestheater. Das Publikum zeigte sich bei der Premiere am 7. Oktober 2017 begeistert von der humorvollen, schmissigen Musik-Revue.

Elisabeth Pichler

Die holzvertäfelte Hotellobby besticht durch den diskreten Charme der 50er Jahre, auch wenn die Drehtüre klemmt und die Elektrik manchmal den Geist aufgibt. Der neue Page, ein temperamentvoller Italiener (Gregor Schleuning), ist von seinem neuen Arbeitsplatz so begeistert, dass er die Treppe rauf und runter steppt. Das gefällt dem grantigen Concierge, einem waschechten Wiener (Walter Sachers), gar nicht. Er singt wehmütig von den alten Zeiten: „Those Were the Days…“

„Hotel Europa“ – ein szenischer LiederabendAuch die aus Deutschland stammende Hoteldirektorin (Anja Clementi im Merkel-Outfit) schüttelt über den steppenden Herrn „Penso Positivo“ nur den Kopf. Sie hat es auch wirklich nicht leicht. Der griechische Koch (Marcus Bluhm) ist ständig pleite, lebt von der Hand in den Mund und fordert lautstark: „Hey Boss, ich brauch mehr Geld.“ Nicht nur das Personal ist unzufrieden, auch die internationalen Gäste beschweren sich ständig. Frau Direktor versichert ihnen zwar: „You can get it if you really want. Aber wird das wirklich zu schaffen sein?  Der stocksteife Brite (Gregor Schulz) verkündet „I Am Special“ und verlangt schalldichte Fenster gegen den unerträglichen Baulärm. Der deutsche Gast (Axel Meinhard in kurzen Hosen und weißen Socken) ist sauer, dass es hier keine Curry-Wurst gibt und will daher sein mitgebrachtes Essen aufwärmen lassen. Die Stimmung ändert sich schlagartig, als eine hübsche Französin (Julienne Pfeil) auftaucht und laszive Chansons haucht. Da wird sogar der britische Tourist zur „Sexbomb“.  Einem türkischen Gast (Gürkan Gider) wird wegen schlechten Benehmens der Zutritt zum Hotel verwehrt, da kann er noch so schön „Istanbul (Not Constantinople)“ trällern.

Wie schlimm es um das Hotel wirklich steht, deckt eine Amtssachverständige (Genia Maria Karasek) bei einer Inspektion auf. Da dürfte nicht nur das illegale Dienstmädchen (Elisa Afie Agbaglah) Probleme bekommen. Kein Wunder also, dass sich die verbliebenen Gäste gemeinsam mit den Angestellten über die Hotelbar hermachen.

Marco Dott sieht diesen Liederabend als Plädoyer für einen humorvollen Umgang mit unseren europäischen Nachbarn: „Es ist ein Unterhaltungsabend, der leicht sein, der Spaß machen soll. Aber die Botschaft, wenn man das denn so nennen will, ist eindeutig: Lasst uns bitte die Dinge gemeinsam anpacken, und nicht wieder jeder für sich.“

Ein Tipp: Besuchen Sie das „Hotel Europa“, solange es noch steht, solange es noch geht, beste Unterhaltung ist garantiert.

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„Hotel Europa“ – Ein Liederabend von Marco Dott. Uraufführung. Musikalische Leitung: Tom Reif. Inszenierung: Marco Dott. Bühne und Kostüme: Eva Musil. Lichtdesign: Günter Schöllbauer. Mit: Gregor Schleuning, Walter Sachers, Elisa Afie Agbaglah, Anja Clementi, Marcus Bluhm, Gregor Schulz, Julienne Pfeil, Genia Maria Karasek, Axel Meinhard, Gürkan Gider. Gitarre: Tom Reif. Piano: Bruno Juen. Fotos: © Anna-Maria Löffelberger


Stubnblues in Hallwang

Am 15. September gastierte Willi Resetarits mit seinem Stubnblues in der Flachgauer Gemeinde Hallwang. Das neue Kulturzentrum war mit über 400 Besuchern gefüllt und seit Wochen restlos ausverkauft.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Stubnblues präsentierte in der Heimatgemeinde des Saxophonisten Herbert Berger die neue CD mit dem Titel 7 . Bemerkenswert an der Formation ist, dass fünf der 7 Ausnahmemusiker aus Salzburg kommen und einer aus Tirol. Willi Resetarits ist ein Wiener mit burgenländisch-kroatischen Wurzeln. Allen sieben Musikern gemeinsam ist ihre Liebe zur Musik und die Freude am gemeinsamen Musizieren, die in jedem Moment des Konzertes spürbar war.

Das Publikum bedankte sich mit tosendem Applaus.

Willi Resetarits und der Stubnblues in Hallwang

Stubnblues

Willi Restetarits | Gesang, Mundharminika, Ukulele
Stefan Schubert | Gesang, Gitarren
Christian Wegscheider | Tasteninstrumente, Gesang
Klaus Kircher | Bass, Gesang
Peter Angerer “Gasteiner Peda” | Schlagzeug, Perkussion, Gesang
Herbert Berger | Saxophon, Chrom. Mundharmonika, Querflöte, Gesang
Chris Haitzmann | Trompete, Flügelhorn, Gesang

Berichte in der Dorfzeitung
27. 3. 2011 Willi Resetarits und sein Stubnblues >
08. 07. 2014 Jazz in der Lokwelt >

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Perlen und Poeten

Starke Stücke und feine Töne war das Motto des Konzertes mit Lesung am Mittwoch, dem 9. 8. im Kleinen Theater in Salzburg. Hinter diesem eher unscheinbaren Veranstaltungstitel verbarg sich ein hochkarätiger Musikabend ergänzt mit äußerst unterhaltsamen Texten.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Die Künstler des Abends waren: Alex MEIK, Phil KOPMAJER, Stefan SCHUBERT und Edi JÄGER. Beim Lesen dieser Namen wundert es dann nicht, dass zahlreiche Schwergewichte der Musikszene im Auditorium saßen und ihren Freunden zuhörten. Es wurden viele groovige Interpretationen von Klassikern der österreichischen Musikszene (Georg Danzer, Wolfgang Ambros,Piron und Knapp, …) gespielt, die dazu passenden Gedichte und Texte strapazierten die Lachmuskeln.

Die spürbare Freude der Interpreten  ging nahtlos auf das Publikum über, die musikalischen Fünken sprühten durch den ganzen Saal. Die grandios vorgetragenen Texte nahmen mit Augenzwinkern die österreichische Seele auf´s Korn. Ich habe schon seit längerer Zeit keinen so unterhaltsamen Abend mehr erlebt. Der i-Punkt war die letzte Zugabe, als Stefan Schubert die Geschichte vom Tschurifetzen (nach Georg Danzer) zum Besten gab. Perlen und Poeten war ein grandioses Lebenszeichen der Freien Szene in einer Stadt, die aktuell im high-end-preisigen Festspielfieber ist!

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Hinweis:
Es gibt noch eine Vorstellung am 20. August!


The JazzCake in Salzburg

Am 22. Juli 2017 fand in Salzburg das diesjährige Fest zur Festpieleröffnung statt. Das umfassende Programm und das herrliche Sommerwetter brachte tausende Besucher in die Mozartstadt.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Abseits vom Festpieltrubel und dem dazugehörigen Fest und doch mittendrinn, gab es einige hervorragende Straßenmusikanten, die ihr Schärflein zur Musikvielfalt in der Stadt beitrugen. Vor dem Juridicum in der Churfürststraße 1, visavis dem traditionsreichen Café Tomaselli, spielte die Formation “The Jazzcake” aus der Tschechischen Republik.

Die 5 Musikstudenten (Melsá Radek – voc, Drnek Vojtěch – accordion, Jan Lacina – guit, Luan Gonsalves – double bass, Jan Andrýsek – drums) präsentierten bekannte Jazzstandards wie beispielsweise Bill Withers – Ain’t No Sunshine,  Mack the Knife, das auch schon Louis Armstrong gesungen hat oder Bei Mir Bistu Shein, das durch die Andrew Sisters berühmt wurde. Der Groove der Musiker war so ansteckend, dass fast alle Zuhörer zum Mitswingen veranlasst wurden. Es war ein sensationeller Gig von The Jazzcake in der Festspielstadt, der leider  nur etwa eine halbe Stunde dauerte!

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Tanzcafé Schweigepflicht. Eine Art Oper

Im Rahmen der MUSIKTHEATERTAGE WIEN wurde das Stück, das das Altern und die daraus entstehenden Probleme thematisiert, auf der Bühne des “Werk X” uraufgeführt. Grundlage war das Buch der Salzburger Gerontologin Sonja Schiff mit dem Titel: „10 Dinge, die ich von alten Menschen über das Leben lernte“.

Von Karl Traintinger

Tanzcafé Schweigepflicht ist ein Musiktheater übers Altern. Speziell wenn es um das Altwerden geht, kommen für viele Menschen Probleme ins Spiel, die oft mit Worten schwer zu fassen sind und über die man aber nicht sprechen kann oder möchte. Zutiefst private Grundbedürfnisse werden plötzlich öffentlich. In diesen Situationen kann Musik helfen, die Geschichten weiter zu erzählen und erträglicher zu machen.

Begeistert hat mich sowohl die sprachliche Umsetzung des Themas durch Thomas Desi, als auch die dazu komponierte Musik von Jörg Ulrich Krah. Die Idee, die alten Menschen mit jungen Schauspielern und Sängern zu besetzen, war eine Glanzleistung, die die jungen Künstler hervorragend bewältigten. Vielleicht waren sie beim Sprechen hin und wieder etwas zu leise. Die Musik, grandios dargeboten von einem Team von Ausnahmemusikern, überzeugte in allen Phasen. Ausstattung und Bühnenbild passten zum stimmigen Gesamtbild dieser für mich einzigartigen Produktion.

Der begeisterte Applaus des Premierenpublikums war mehr als gerechtfertigt.

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Nachsatz: Unverständlich war für mich die Tatsache, dass man am Premierenabend beim  allgemeinen Gratulieren und Blumenüberreichen die im Zuschauerraum anwesende Autorin Sonja Schiff nicht auch auf die Bühne geholt hat.

TANZCAFÉ SCHWEIGEPFLICHT. Ein Musiktheater übers Altern nach dem Buch „10 Dinge, die ich von alten Menschen über das Leben lernte“ von Sonja Schiff | Uraufführung Premiere: Freitag, 23. Juni 2017 | Werk X Wien | TEAM: Text und Regie – Thomas Desi, Komposition und Musikalische Leitung – Jörg Ulrich Krah, Kostüme – Angelika Pichler, Choreographie – Anna Knapp, Licht Design – Stefan Enderle, Dramaturgische Mitarbeit – Georg Steker, Regieassistenz – Daniel Aaron Prem, Musikalische Assistenz – Diego Collatti, Bühnenbild-Hospitanz – Laurenz Steixner | MIT: Vivienne Causemann, Da-yung Cho, Shirina Granmayeh, Jakob Pinter, Birgit Stimmer sowie: SeniorInnen von Betreutes Wohnen im Kabelwerk | MUSIKER-ENSEMBLWE: Live Electronics – Adrián Artacho Bueno, Klavier – Maciej Skarbek, Saxophon – Joel Diegert, Violoncello und Leitung – Jörg Ulrich Krah | Eine Produktion von MUSIKTHEATERTAGE WIEN 2017 in Kooperation mit Betreutes Wohnen im Kabelwerk. Fotos: (c) Barbara Pálffy

Download Presseinfo Musiktheatertage 2017

Termine: 30. 6., 1. 7., 2. 7.


„Le nozze di Figaro“ – Opera buffa von Wolfgang Amadeus Mozart

Mit einer frechen, frivolen Inszenierung sorgt Regisseurin Karoline Gruber, gemeinsam mit Studierenden des Departements für Musiktheater und Gesang an der Universität Mozarteum, für einen hinreißend erfrischenden, heiteren Opernabend im großen Studio des Mozarteums Salzburg.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Im Vorwort zu „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“ schreibt Beaumarchais: „Ein spanischer großer Herr (Conte Almaviva) liebt ein verlobtes junges Mädchen (Susanna), das er zu verführen sucht. Die Verlobte, der Mann, den sie heiraten soll (Figaro), und die Frau des Edelmanns (Contessa Almaviva) finden sich zusammen, um den Plan eines absoluten Heuchlers zum Scheitern zu bringen, dem Rang, Vermögen und Freigiebigkeit alle Macht verleihen, sein Vorhaben zu verwirklichen. Das ist alles, nichts weiter.“

Kürzer und präziser lässt sich Mozarts Figaro wohl kaum zusammenfassen. Der turbulente Tag, an dem nach etlichen Enttäuschungen dank schlauer Intrigen schließlich sogar eine Doppelhochzeit gefeiert werden kann, endet im nächtlichen Schlosspark mit einem Verwechslungsspiel, bei dem der Graf nicht die glücklichste Rolle spielt.

Roy Spahn (Bühne, Kostüm, Licht) hat einen großräumigen, großzügig mit Pflanzen ausgestatteten Wintergarten auf die Bühne gestellt. Hier sind Vorbereitungen für eine Hochzeit in vollem Gange. Der Gärtner liefert Unmengen von Bier und Sekt und bedient sich gleich selbst. Die Biertische werden mit Blumen geschmückt und die Gläser poliert. Beim Schriftzug „JUST MARRIED“ blinken zwar noch nicht alle Lämpchen, doch Figaro steckt schon im Frack. Wohl etwas voreilig, denn der Graf hat sein Okay zu dessen Trauung mit der Kammerzofe Susanna noch nicht gegeben. Er rechnet sich nämlich bei der flotten jungen Dame noch immer Chancen aus, vertraut er doch auf seinen unwiderstehlichen Charme und präsentiert sich ihr nach einem Saunabesuch fast nackt. Weil die Gräfin, die völlig gebrochen auf einem der Biertische sitzt, die Avancen ihres umtriebigen Gemahl miterleben muss, ist es kein Wunder, dass sie dem Werben des liebestollen jungen Cherubino nicht widerstehen kann. So gibt es in dieser Inszenierung, die voller Überraschungen steckt, ein Happy End, mit dem der Herr Graf nicht zufrieden sein dürfte.

In der Vorstellung vom 15.5. begeisterten die jungen Sängerinnen und Sänger stimmlich wie schauspielerisch und punkteten mit enormer Bühnenpräsenz. Bei all dem Trubel auf der Bühne sind es besonders die ruhigen, sinnlichen Momente, die bewegen und zu Herzen gehen. Kai Röhrig, der das Kammerorchester der Universität Mozarteum Salzburg einfühlsam leitet, lässt sich selbst von den beatboxenden Bauernmädchen, die dem Grafen huldigen, nicht aus der Ruhe bringen. Eine junge, ungestüme Version des Figaro, wie man sie in dieser Qualität wohl nur an der Universität Mozarteum erleben kann.

ngg_shortcode_6_placeholder„Le nozze di Figaro“ – Oper in vier Akten von Wolfgang Amadeus Mozart. Kammerorchester der Universität Mozarteum, Studierende der Departments für Musiktheater und Gesang. Musikalische Leitung: Kai Röhrig. Szenische Leitung: Karoline Gruber. Ausstattung: Roy Spahn. Mit: Chi-An Chen / Thanapat Tripuvananantakul, Hongyu Cui / Mariya Taniguchi,Karina Benalcazar / Wendy Krikken, Reba Evans / Maria Hegele, Clemens Joswig / Philipp Kranjc, Julia Leckner / Emma Marnoch, Svyatoslav Besedin / Daniel Weiler, Markus Ennsthaler / Yu Hsuan Cheng, Jakob Hoffmann / Felix Mischitz, Claire Austin / Alina Martemianova, Bettina Meiers, Leonie Stoiber, Neelam Brader, Domenica Radlmeier. Fotos: Mozarteum Salzburg


Jazz am Bahnhof

Das “Johann”, ein Wiener Café & Restaurant am Salzburger Hauptbahnhof, entpuppt sich zunehmend mehr als interessantes Wirtshaus mit anspruchsvoller Livemusik und das noch dazu bei freiem Eintritt.

Von Karl Traintinger

Bei einem Frankfurter Würstl mit Gulaschsaft und einem frisch gezapften Seiterl Bier oder bei einem warmen Apfelstrudel mit einer Wiener Melange läßt sich nicht nur auf den nächsten Zug warten, es lohnt sich auch, extra zu einem Konzert ins Johann zu kommen! 

Am 4. Mai gastierten die Jazzbrothers and Sister (Burgi Pichler – Gesang, Wolfgang Schierhuber – Gitarre, Sepp Kili – Saxophon, Klarinette, Christian Junger – Bass) und das war auf jeden Fall einen Besuch im Johann wert.

Die 4 Musiker präsentierten “einfach gute Musik” aus sämtlichen Genres und aus aller Herren Länder, Gospel, Jazz, Fado, Chanson, Latin und Popmusik, gecovert oder im Eigenbau. Die Stimmung war so gut, dass sich sogar 2 Damen zum Tanz hinreißen ließen!

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Faltenradios nächster Streich: RESPEKT

Einen Reigen an bunter Stilmischung bietet die neue CD Respekt der schon bekannten Formation Faltenradio.

Von Siegfried Steinkogler

Wie auch schon bei früheren Veröffentlichungen brilliert das versierte Musikerquartett, deren Referenzen bis zu den Wiener Philharmonikern heran reichen, mit einem bemerkenswerten Mix an Musikstücken in verschiedenster Gewandung. Der klarinettenlastige Sound kommt am besten bei Volksmusik-Titeln wie etwa Anton Gmachls Schiasl zum 30er oder Slavko Arseniks Krivci mojega klobuka zum Ausdruck.

Doch wissen die Musiker auch bei Leonard Bernsteins Overtüre zu Candide ihre Instrumente aufs Vorteilhafteste einzusetzen. Neben den stilbildenden Stützen Klassik und Volksmusik werden auch Anleihen aus Jazz (Georg Breinschmid) und Tango (Astor Piazzolla) entnommen. Eine besondere Stimmung verbreitet das Harmonikasolo Danke von Faltenradio-Mitglied Alexander Maurer.

In Vokalarrangements versucht man sich bei D´Zigeiner san kumma, einem sozialkritischen Chanson von Konstantin Wecker und – auf sehr gelungene Weise in If I needed you – nicht von Bob Dylan – wie ich zunächst glaubte, sondern von Townes Van Zandt.

Hintergrundinformation bietet die vorliegende CD nicht wirklich, aber wozu gibt es das Internet? Unter www.faltenradio.com erfahren Interessierte bestimmt so manches über Idee und Konzeption des neuen Albums.

Wer also Musik für Klarinetten und Akkordeon sucht, der sollte hier zugreifen, weil er diese in der hier waltenden Qualität sicher nicht so schnell wieder findet.

Fotos: Faltenradio | Lukas Beck (www.lukasbeck.com)


Trio Exquisit live im Schweiger Deli

Zum “Frühlings-Jazz-Brunch” spielte am 25. März 2017 das Trio Exquisit (Peter Reutterer  – guit, voc; Zsuzsa Kiss – voc, viol,  Thomas Müller – p) im Schweiger Deli in der Itzlinger Hauptstraße in Salzburg auf.

Von Karl Traintinger

Die auf Jazz, Swing und internationale Musik spezialisierte Formation konnte mit Standards wie: Fly Me To The Moon, Autumm Leaves, How Many Roads, Route 66, Summertime, Bei mir bist du schejn, etc. das Publikum begeistern. Bei einigen Stücken hat Hanna Rose mitgesungen.

Apropos Publikum, neben mehreren Musikerkollegen gab es einen hohen Anteil an sehr jungem Publikum in diesem modernen, zeitgeistigen Lokal. Die Stimmung war gut, das Essen schön präsentiert und schmackhaft,  leider haben die für einen Brunch typischen warmen Speisen gefehlt, die hausgemachten Säfte waren eine Sensation. Selbst mit Livemusik ist der Preis von 25 € für das Buffet (ohne Getränke) etwas teuer.

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Peter Reutterer in der Dorfzeitung:
15. Juni 2011 Peter Reutterer: Augen.Blicke
17. März 2013 Jazzbrunch im Mahlwerk mit dem Trio Exquisit um Peter Reutterer

Das Trio Exquisit ist das nächste Mal beim “Querbeat Festival” in Anthering am 24. 6. 2017 zu hören.


FUNK IN YO FACE! FUNK@LOSOPHY im UNIKUM

Einmal jährlich treffen sich 6 Musiker, die das ganze Jahr über in unterschiedlichsten Formationen spielen, zu einem Konzert im UNIKUM in Laufen. Das kleine Lokal von Walter und Jasmin Ostermayer ist dann wie jedes Jahr zum Bersten voll. Ja, und da darf es auch laut sein.

Von Karl Traintinger

Als Zuhörer hatte man das Gefühl, da spielten gestern Freunde für Freunde. Zuerst wurde gegessen und getrunken und dann ging musikalisch die Post ab. Es gab Funkmusik vom Feinsten.

Bei den einzelnen Titeln wurde mitgesungen, zum Tanzen war einfach kein Platz mehr.  Gespielt wurden Titel, die man kennt: “Ain’t No Mountain High Enough”, “Where Do We Go From Here?”, “Return Of The Mack”, “Easy Lover”, “Eye To Eye”, “Sugar Free”, “Whirlpool & Crazy” und “Play That Funky Music”, um nur einige Beispiele zu nennen.

Werner Müller meint in seinem Facebook Kommentar zum Konzert: “War ein Hammer Gig”. Dem kann ich mich vollinhaltlich anschließen und es gibt nichts, das den Abend im UNIKUM besser beschreiben könnte!

FUNK@LOSOPHIE im Unikum

Astrid Wirtenberger + Toby Heinz – Vocals
Charles Leiner – Keys
Martin Kursawe – Guitar
Csaba Schmitz – Drums
Diet Kastrowsky – Bass

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Funk@losophy im WEB
Die Dorfzeitung war auch 2015 und 2016 im UNIKUM dabei:
Funk@losophy im UNIKUM 2015
Funk@losophy im UNIKUM 2016


Neue Töne in der Mozartwoche

Das Österreichische Ensemble für Neue Musik, kurz OENM, interpretiert Musik aus dem 20. und 21. Jahrhundert – und das auf höchstem Niveau.

Von Siegfried Steinkogler

Wenn in einer etablierten Reihe wie den Salzburger Mozartwochen ein Konzert der Neuen Musik gewidmet wird, darf das mit Fug und Recht als Besonderheit gewertet werden. Da stellt sich sofort die Frage nach der programmatischen Konzeption – also danach, wie und in welcher Zusammenstellung die ausgewählten Werke in den formalen Ablauf sinnvoll eingebettet werden.

Dazu haben sich die Internationale Stiftung Mozarteum und namentlich die beiden Programmchefs Marc Minkowski und Mathias Schulz viel einfallen lassen. Im Zentrum der Darbietungen standen je zwei lebende sowie zwei erst unlängst verstorbene Komponisten, allesamt anerkannte Meister ihres Fachs.

Ein Werk aus der Feder des österreichischen Komponisten Johannes Maria Staud eröffnete den bunten Programmreigen. Einem Gemälde von Camille Pissarro (aus dem Jahr 1871) folgend, erwies sich Sydenham Music mit seinen filigranen, seidigen Texturen als perfekte Einstimmung für alles noch Kommende.
Für die exakte Ausführung voll knisternder Spannung sorgten Vera Klug (Flöte), Jutas Javorka (Viola) und Katharina Teufel-Lieli (Harfe).

Von Elliott Carter (1908-2008) erklangen gleich zwei Liederzyklen. Aus verschiedenen Schaffensperioden stammend, hätten diese unterschiedlicher gar nicht ausfallen können. Waren die Klavierlieder Poems of Robert Frost noch einer späten, nicht näher definierten Romantik verbunden, so müssen die 64 Jahre (!) später entstandenen Poems of Louis Zukofsky für Klarinette und Sopran als richtungsweisende Tonschöpfung anerkannt werden.

Für die Gesangsparts wurde mit Claire Elizabeth Craig eine Sopranistin der jüngeren Generation gefunden, die es sich leisten kann, diese Lieder unaufdringlich und allürenlos vorzutragen und sich auf diese Weise schnell die Gunst des Publikums erwarb. Dabei weiß sie viele Register zu ziehen und vermag es, mühelos und nahtlos von Stimmung zu Stimmung zu “switchen”. Zusammen mit dem Klarinettisten Theodo Burkali ergab das eine geniale Personalunion: beide fühlten sich mit ihrer Aufgabe sichtlich wohl und gestalteten die Zukofsky-Gedichte zu einem veritablen Klangerlebnis.

Der aus Estland stammende Komponist Arvo Part zählt seit vielen Jahrzehnten zur Weltspitze seines Fachs. Und das, obgleich er mit seinen “harmoniebedürftigen” in sich ruhenden Personalstil eine Gegenstellung zur restlichen Komponisten-Szene einnimmt. Auch in Spiegel im Spiegel für Violoncello und Harfe erzielt Pärt mit einem Mindestmaß an musikalischen Mitteln ein Maximum an Klangschönheit und Effektivität – und es braucht die Versiertheit von Musikern wie Katharina Teufel-Lieli und Peter Sigl auf dem Cello, um aus einigen wenigen Skalentönen, Dreiklängen und glockigen Basstönen diese besagte Klangschönheit vor aller Augen und Ohren entstehen zu lassen.

Mit Bravour meistern Irmgard Messin (Flöte) und Nora Skuta (Klavier) ihre virtuosen Parts in der dreisätzigen Sonatine, einem Frühwerk von Henri Dutilleux (1916-2013) und ernten dafür lange anhaltenden, verdienten Applaus.

Kein Konzert ohne Mozart

Selbstredend darf ein Mozart´sches Werk im Programm nicht fehlen, schon gar nicht bei der Mozartwoche. Das Adagio aus der f-Moll-Klaviersonate KV 280 stand Pate für Arvo Pärts zweite Komposition dieser nachmittäglichen Konzertstunde. Durch geschickt gesetzte Dissonanzen quasi als Überlagerung des originalen Mozart-Satzes lässt Part seine Neuschöpfung zusätzlich zu einer Hommage an einen verstorbenen Freund werden.

Wie das Programm begonnen hatte, so endete es auch: mit einer Komposition von Johannes Maria Staud. Sein schon bekanntes Quartett Lagrein darf im weitesten Sinn als Programmmusik verstanden werden, folgt es doch der Weinbeschreibung eines edlen Tropfens aus den Süden von Bozen. Wie genau die Metamorphose Wein versus Musik von statten geht, lässt sich schwer beschreiben. Jedenfalls zählte Lagrein mit der ihr innewohnenden differenzierten dynamischen Choreografie zu den ansprechendsten Stücken dieses kurzweiligen Nachmittags. Das OENM-Ensemble, hier durch Ekkehard Windrich (Violine) komplettiert, wurde dem anspruchsvollen Werk in jeder Phase gerecht und unterstrich somit ein weiteres Mal seine Vorrangstellung auf dem Feld der Interpretation der vielfältigen zeitgenössischen Musikströmungen.